Powered By Blogger

Freitag, 26. Oktober 2012

JuliensBlog


Allgemein bekannt, von vielen regelrecht verehrt.
Auch ich muss zugeben, er ist durchaus amüsant, der gute Julien. Nimmt kein Blatt vor den Mund, spricht das aus, was viele andere denken und das auf eine intelligente, unterhaltsame Art, die ihn vermutlich so beliebt gemacht hat. Für ihn spricht ganz klar, dass er sich durch all die negativen Kommentare nicht beeinflussen lässt, sie eher noch sarkastisch beantwortet, sich selbst also treu bleibt.
 Meiner Meinung nach der beste Aspekt an seinen Videos: Seine Redegeschwindigkeit. Es macht Spaß, ihm zuzuhören und in einigen Fällen teile ich seine Meinung. Diese Vorzüge beziehen sich aber nur auf seine Rap-Analysen und die „JuliensBlog vs. Eltern im Netz“ –Videos.
Die Geschmacklosigkeit wird meiner Meinung nach mit seinem eigenen Rap „11.September“ erreicht.
Technisch möchte ich auf den Rap überhaupt nicht eingehen, weil ich davon ehrlicherweise keine Ahnung habe und mich auch für Rap nicht interessiere, ganz besonders nicht für deutschen Rap. Inhaltlich hab ich da aber schon so meine Anfragen.

„Dauernd Frauen schlagen, Bitch, ich hab schon blutige Hände
Deutschland wird zerwixxt von der Youtube-Legende
Niemand gibt ein Fick auf euer minderbemitteltes Leben
Nutten werden missbraucht und behinderte Kinder getreten“
So, kommen wir zu meiner inhaltlichen Analyse: Zum Thema „Frauen schlagen“ haben wir ja in unserem Gleichberechtigungspost einiges gesagt, das muss ja nicht wiederholt werden.
Youtube-Legende?
Legenden zeichnen sich durch eine langanhaltende Popularität aus. SO populär ist JuliensBlog nicht und erst recht noch nicht so lang, als dass das Wort „Legende“ angebracht wäre, aber schön, wenn er selbstbewusst (oder selbstverliebt?) ist.
„Niemand gibt ein Fick auf euer minderbemitteltes Leben
Nutten werden missbraucht und behinderte Kinder getreten“
Hm. Wenn ein Fan von Julien mit ernsthaften psychischen Problemen sowas liest/hört, kann ihn das in eine tiefe Krise stürzen. Ich sage nicht, dass es der Fall ist, aber stellt euch mal vor, jemand hat sich auf Grund solcher Aussagen in den Selbstmord gestürzt. Und abgesehen davon, wer gibt denn bitte einen „Fick“ auf sein Leben?
Zum behinderte Kinder treten muss ich nichts sagen, oder?
Und eine sprachliche Sache: Niemand gibt einEN Fick. Julien feiert sich selbst, dass er ach so viel intelligenter ist als seine Fans und Hater, aber für korrekte deutsche Sprache reicht es nicht? Na gut, vielleicht ist das auch ein Stilmittel des Asi-Raps.
„Savas, deine Mucke ist wie AIDS, der Shit war höchstens in den 90ern in“
Eine Krankheit als „in“ zu bezeichnen, geht meiner Meinung nach schlicht und ergreifend zu weit, dazu will ich gar nichts Weiteres sagen, da könnte ich nicht mal mehr im Ansatz sachlich bleiben.
„Ihr habt große Fresse auf der Anklagebank […] und fresst im Knast alle Schwanz“
Auch damit hab ich ein sprachliches Problem, aber wie gesagt, wenn das sein Stilmittel ist, bitte.
„Durch Zynik überlegen“
Oh man… Ein Stück weit ist man angewiesen auf seine Fans, und wenn man ihnen ständig bei jeder Möglichkeit unter die Nase reibt, wie überlegen man doch ist, kommt das auf Dauer nicht gut an. Aus diesem jungen Mann sprudelt die pure Arroganz.
Im Refrain wird der 11. September als offizieller Feiertag betitelt, was schlicht und ergreifend indiskutabel weil respektlos ist.
Menschen wie Julien, die vor nichts Respekt haben und Grenzen nicht erkennen, nicht wissen, wann es genug ist, fliegen in ihrem Leben irgendwann so tierisch auf die Fresse, dass sie sich unter Umständen nicht wieder davon erholen. Letzteres wünsche ich natürlich niemandem, aber ich wäre schon dafür, dass Julien langsam mal ein Bewusstsein dafür entwickelt, was er öffentlich breittreten kann und was er besser für sich behält. Bei Kindern ist das auch so. Die wissen noch nicht, was man in welcher Situation besser ungesagt lässt. Der Unterschied besteht aber darin, dass Kinder irgendwann lernen, bei Julien habe ich meine begründeten Zweifel…
„Ich hab mehr Teenies weggeknallt als Anders Breivik“
Im Grunde hab ich dazu die gleiche Meinung wie zu der Sache mit dem 11. September, aber ich will mich hier nicht wiederholen.
In der zweiten Strophe beginnt er erneut, über’s behinderte Kinder Treten zu reden. Mensch Julien, wer so viel Hass in sich trägt, muss sich doch nicht wiederholen, dir fällt doch sicherlich noch eine Minderheit ein, die für ihre Defizite nichts kann, die man mal eben verreißen kann?
„Liebe Hater, Blog hat für euch keine Verwendung
denn ihr seid wie krebskranke Kinder, Zeitverschwendung“
Vermutlich zähle ich durch diesen Blog-Eintrag auch zu den Hatern, obwohl ich seinen Stil ja prinzipiell mag. Diese dann aber mit krebskranken Kindern gleichzusetzen und eben diese Kinder als Zeitverschwendung zu bezeichnen ist – ich weiß, ich wiederhole mich – respektlos und das Letzte.
„Lappen, das ist schwarzer Humor, so wie Negerwitze.“
Nee. Das ist einfach keine Form des Humors mehr. Schlicht und ergreifend nein.

Bevor hier Proteste laut werden: Mir ist durchaus klar, dass Julien oft genug sagt, dass er nur sarkastisch, zynisch und ironisch ist, provozieren will, meiner Meinung nach sollte man aber doch wenigstens ein bisschen die Grenzen des guten Geschmacks einhalten.
Und durch das zelebrieren solcher Texte werden seelisch ungefestigte Menschen doch nur dazu aufgerufen, Gewalt zu verherrlichen, weil diese ja unter Umständen die Ironie gar nicht erst verstehen. Abgesehen davon kann ich mir gut vorstellen, dass Julien, obwohl er immer sagt, dass all das auf Ironie, etc. beruht, ernsthafte Probleme hat. Das meine ich jetzt nicht mal gemein, aber ich finde, es wird ein gestörtes Verhalten zu Frauen deutlich, genauso wie ein tief verwurzelter Hass gegen die Gesellschaft. Ein Psychologe würde vermutlich noch viiiiiel mehr finden, aber ich finde, als Denkanstoß reicht das hier erstmal.
Eine – meiner Meinung nach – supergute, kurz und knapp formulierte Kritik, mit der ich voll und ganz konform gehe, findet sich hier: http://www.youtube.com/watch?v=dn9jVIWUyeY

Den Songtext hab ich von dieser Seite bezogen: http://rapgenius.com/Juliensblog-11-september-lyrics

Ich könnte eigentlich zu jeder einzelnen Zeile des Songs was sagen, aber dann komme ich vom 100. ins 1000. und das liest ja dann keiner mehr.
Ich hoffe aber, dass das, was mir wichtig war, hier deutlich geworden ist.



Sonntag, 14. Oktober 2012

Deutsches Gesundheitssystem – Der Leidtragende ist der Patient

Schwer zugängliches Thema, zumal die Meinungen da durchaus sehr weit auseinandergehen, mir persönlich ist es aber ein Bedürfnis, manche Dinge einfach mal zu sagen. Ich weiß nicht, inwiefern sie Einzelschicksal sind, aber selbst wenn das, was ich beschreibe, nur Ausnahmen sind, so darf es sowas meiner Meinung nach trotzdem nicht geben.
Ein Mädchen von 7 Jahren hat ständig Bauchschmerzen, wird zu Spezialisten überwiesen, die tendieren zum Nabelbruch, können aber nichts finden. Ende vom Lied: „Kriegen Sie in Ihrer Familie erstmal alles klar, die Bauchschmerzen sind psychosomatisch.“ Die Eltern, versuchen Zugang zu ihrer Tochter zu finden, aber sie hat keine Probleme. Geht gern in die Schule, bringt gute Noten mit nach Hause, innerhalb der Familie gibt es keine Probleme, alles ist gut. Nach einem halben Jahr verschiedene Ärzte konsultieren, kommt man endlich zur Lösung: Eine Lebensmittelunverträglichkeit, eine zu der Zeit relativ seltene. Sowas wird eh nur selten erkannt. Alles, was nicht die typische 0-8-15 Krankheit ist, wird erstmal als psychisch bedingt abgestempelt, vielleicht legt es sich ja von allein wieder.
Aber es geht auch noch schlimmer:
Ein Mädchen von 15 Jahren geht seit Monaten mit Kopfschmerzen in die Schule, bricht gelegentlich zusammen, hat zuhause kaum noch die Kraft, überhaupt irgendwas zu tun, die Kopfschmerzen ziehen sich über den gesamten Tag, über’s Wochenende, Ferien.
Hausärzte sind ratlos, erstmal zum Neurologen, der findet nichts, sicherheitshalber in’s MRT, über die gesamte Krankheitsphase 8 mal,  es findet sich nichts. 4 Krankenhausaufenthalte, jeweils mindestens eine Woche, die Ärzte entlassen sie mit entspannenden Fango-Packungen und Massagen, die Kopfschmerzen kämen von einem verspannten Nacken. Aber es wird immer schlimmer, das Mädchen ist mittlerweile 16, drei Monate bleibt sie der Schule fern, wird in eine Spezialklinik eingewiesen. Diese sogenannten Spezialisten schicken sie zum Psychologen. „Das Kind will einfach nicht in die Schule.“ Das genaue Gegenteil ist der Fall, aber wenn niemand zuhört, kann das auch niemand rausfinden. Alles, was sie will, ist wieder in die Schule gehen, ein normales Leben führen, die Freundschaften wieder pflegen können. Die Psychologin besitzt doch tatsächlich die Frechheit, zu sagen „Ich habe sie als sehr ernste Person erlebt.“
Wenn man seit einem Jahr von einem Arzt zum anderen geschickt wird, letzten Endes aber nur gesagt bekommt, man hätte eine Klatsche, der Fortgang der Schule steht auf dem Spiel, Freunde verstehen nicht, dass man sich in so einer Zeit nicht meldet und beenden die Freundschaft, wie soll man da noch gut gelaunt einer Psychologin gegenübersitzen, die ihr Urteil bereits gefällt hat?
Nunja, nach ewigem Bequatschen der Ärzte und mehrmaligem Hinweisen auf einen Knubbel im Genick, den sonst niemand so hat, wurde dann zumindest mal eine Ursache für die Kopfschmerzen gefunden. Liquorleck. Ist im Grunde ein Riss in einem Kanal im Wirbelkanal, durch den Liquor (das ist die Flüssigkeit, in der das Hirn schwimmt) austritt. Das Hirn hatte also quasi ein wenig Schutz verloren, wurde kantiger bewegt und berührte die Schädeldecke, dass das Kopfschmerzen macht, ist klar, oder?  Aber die Kopfschmerzen waren nicht hundertprozentig gut, sie waren nur etwas besser. Dieser besagte Knubbel war ja auch noch da. Schien ein Lipom zu sein, Fettgewebe, das macht aber keine Kopfschmerzen. Wenn das Mädchen aber an dem Knubbel gedrückt hat, hat sich der Kopfschmerz verstärkt, irgendwie musste das doch zusammenhängen.  Auf Drängen der Eltern hin wurde der Knubbel letztendlich entfernt. Ein Fibrom. Ein Gewebetumor an der Halswirbelsäule, lag direkt auf einem Nervenstrang, der über den Kopf reicht, sodass dieser Tumor durchaus Kopfschmerzen verursachen konnte. Abgesehen vom Operateur, der das Ganze mit eigenen Augen gesehen hat, wollte das trotzdem niemand zugeben. Ein Tumor von 1,5cm Durchmesser. Angeblich völlig auswirkungslos. Als wäre das nicht genug, wurde während der Zeit, in der noch keine Diagnose feststand, einfach mal der Verdacht eines Hirntumors in den Raum gestellt. Wer lässt bitte ein 16jähriges Mädchen 3 Wochen in dem Glauben leben, einen Hirntumor zu haben?
Wegen mangelnder Nachsorge hat sich verhärtetes Narbengewebe gebildet, sodass der Nerv wieder betroffen war, sodass dieses Mal der Schulbesuch für ein ganzes Semester nicht möglich war, das Abitur wird jetzt mit einem Jahr Verspätung gemacht, nur weil die Ärzte nicht darauf gehört haben, was ein 15jähriges Mädchen zu sagen hat. Schon beim ersten Arztbesuch wegen der Kopfschmerzen wies sie auf den Knubbel hin und es hat 1 ½ Jahre gedauert, bis das mal ein bisschen ernst genommen wurde.
Wie eingangs erwähnt, weiß ich nicht, inwiefern das ein Einzelschicksal ist, dass Patienten nicht ernst genommen werden, besonders Kinder und Jugendliche oder Mütter, denen schlicht schnell Hysterie zugesprochen wird, Fakt ist aber: Selbst wenn es ein Einzelschicksal ist, so darf das trotzdem nicht vorkommen.
Nicht nur 1 ½ Jahre voller Kopfschmerzen, sondern auch eine wiederholte Schulklasse und der Verlust mehrerer Freunde sind also den deutschen Ärzten zuzuschreiben.  Ob der Fehler jetzt im System liegt, oder bei den Ärzten kann ich nicht zuordnen, Tatsache ist aber, dass es einen gravierenden Fehler gibt, der behoben werden muss.

Dienstag, 9. Oktober 2012

Jede Fotografie ist exakt – Keine ist wahr (Anonym)

Welche Bildunterschrift passt zu dieser Fotografie?
Im Grunde genommen war es nur ein Zufall einer Militärfotografin, dieses Motiv einzufangen, sodass es keine zugehörige Unterschrift gibt, aber welche Beschreibungen könnte man angeben, sodass der Sinn jeweils ein völlig anderer ist? Alle für das gleiche Bild.
„Soldat verpasst Beginn eines Angriffs weil er mit einer Katze beschäftigt ist.“
„Soldaten sehnen sich nach langem Einsatz nach familiärem Umfeld.“
Zwei völlig unterschiedliche Bildunterschriften, die beide zum Bild passen würden, die Geschichte aber jeweils in ein anderes Licht rücken. Was davon ist nun gelogen? Was ist wahr?
Da das Bild nur zufällig ohne weiteren Kontext entstanden ist, lässt sich über den jeweiligen Wahrheitsgehalt nicht viel sagen, allerdings ist durch dieses Beispiel klar geworden, wie viele verschiedene Bedeutungen eine Fotografie annehmen kann.
Zeigt eine Fotografie nun die Wahrheit, gibt sie die Realität wieder oder nicht?
Der Wahrheitsgehalt einer Fotografie liegt zum Großteil in der Intention des Fotografen.
Möchte ich journalistisch arbeiten und berichten? Möchte ich durch Fotografie Kunst ausdrücken?
Lewis Hine sagte:
„Fotografien mögen vielleicht nicht lügen, aber Lügner können fotografieren.“
Fotografen haben immens viele Möglichkeiten, die vermeintliche Realität zu beeinflussen, zu verfälschen, den Eindruck des Betrachters zu manipulieren. Ein Beispiel ist der Winkel, aus dem die Fotografie aufgenommen wird. Eine Person von 1,60 m die aus einem Winkel auf Höhe der Knie oder sogar noch weiter unten aufgenommen wird, erscheint größer als 1,60 m.

                                                                                                                                                (c) Leandra Busch
                        (Leider kann ich das Bild irgendwie nicht drehen, aber ich denke, der gemeinte Effekt wird klar)

Viele verschiedene Fotos des gleichen Objektes aus unterschiedlichsten Blickwinkeln konstruieren eher eine Realität, der Betrachter bekommt einen besseren Eindruck des Motivs, wenn auch nie vollständig, da die Kombination der Bilder zu einem Ganzen schwierig ist und man so viele Fotos, wie man Bilder mit dem Auge wahrnimmt, gar nicht machen kann. Der Fotograf liefert nur einen Ausschnitt der Welt, die uns umgibt, erst der Betrachter begreift und erkennt die Zusammenhänge.  Auch die verschiedenen Belichtungsmöglichkeiten bieten Freiraum für Beeinflussung des Motivs.

                                                                                             (c) Leandra Busch
Light is turning something normal into something magical.
                                                                                             
Thomasz Lazar
Besonders heutzutage im Zeitalter von Digitalkameras sind die Möglichkeiten beinahe unendlich. Ich kann ohne Bearbeitungszeit am Computer bereits schwarz-weiß fotografieren.
Auch der Bildausschnitt kann den Eindruck verfälschen. Eine Detailansicht kann völlig anders aussehen als das Gesamtbild. Kaum vorzustellen, was aus der Realität wird, wenn ein Mediengestalter eine Fotomontage erstellt.
Einerseits gibt eine Fotografie natürlich die Wahrheit wieder, ein Einhorn wurde zum Beispiel nie fotografiert und zwar nur deshalb, weil es keins gibt. Ein Maler kann ein Einhorn malen, wenn ihm danach ist, ein Fotograf müsste erst mal eins finden.
Andererseits aber kann eine Fotografie nur einen Augenblick festhalten, während sich die Wirklichkeit im ständigen Wandel befindet.
„Fotografie ist unlösbar mit der Zeit verknüpft, die sie festhält, mit der Zeit, die zwischen den Fingern, zwischen den Augenblicken zerrinnt… Die Zeit wird nie mehr das sein, was sie war.“
                                                                                                                                                            
Anonym
 Schon Heraklit sagte, dass die Wahrheit ein ständiger Fluss ist und eine Fotografie kann nur einen Bruchteil des Fließens einfangen. Wenn man zum Beispiel an einem windigen Tag einen Laubbaum fotografiert, so neigen sich die Blätter vielleicht alle nach links, allerdings hängen sie, sobald der Wind nachlässt, nach unten. Ist die Fotografie dann noch der Wahrheit, der Wirklichkeit entsprechend? Auf dem Bild sieht man den Wind nicht, man spürt ihn nicht, hört ihn nicht, man sieht nur die geneigten Blätter, die so nicht dem Original entsprechen.
 
                                                                                                    (c) Leandra Busch
Kracauer sagte: „Wenn Fotografie die Wirklichkeit in eine so banale wie zufällige Ansammlung ebenso zufälliger Gegenstände verwandelt, dann könne man diese Bilder als Lektüreanweisung verstehen, dass auch gesellschaftliche Ordnungen keine natürlichen Ordnungen sondern kontingent sind.
Hinter Bildern der Entfremdung dämmert das Bild einer anderen Wirklichkeit […].“
                                                                                                                            
Kracauers letzte dialektische Wendung
Fotografien sind also als Möglichkeit, wie die Realität aussehen könnte, zu verstehen, als eine Möglichkeit, aber nicht als absolute Wahrheit. Er transponiert dieses auf gesellschaftliche Ordnungen, die nicht natürlich entstanden sind oder natürlich existieren, sondern kreiert wurden.
Was nicht vergessen werden darf ist, dass Fotografen mit ihren Arbeiten nicht immer nur die Wahrheit wiedergeben wollen. Wichtiger ist das Vermitteln von Inhalten, die anhand des Bildes verdeutlicht werden, egal ob das Bild real erscheint oder nicht. Die Authentizität eines Fotos bezieht sich immer darauf, was die Absicht beim Fotografieren war. Das oben angeführte Foto mit dem Soldaten und der Katze wäre als Mode-Fotografie unglaubwürdig, als das, was es aber ist, nämlich als Lenkung der Aufmerksamkeit auf die Menschlichkeit der Soldaten, ist es sehr authentisch.
„Eine Fotografie zeigt nie die Wahrheit.“
                                                              
Richard Avedon
„Das Auge macht das Bild, nicht die Kamera.“
                                                              
Gisèle Freund
Egal, welche Intention der Fotograf hatte, der Wahrheitsgehalt der Fotografie liegt im Auge des Betrachters. Derjenige, der das Foto sieht, sollte es bewusst anschauen, hinterfragen und dabei kritisch sein. Viel zu oft werden Fotos einfach nur betrachtet und nach der erstbesten Möglichkeit interpretiert, ohne erneut darüber nachzudenken. Aufgrund dessen machen Paparazzi ihre großen Geschäfte. Personen der Öffentlichkeit werden in vermeintlich heiklen Situationen abgelichtet, könnte man aber Fotos davor und danach sehen, sind die meisten Fotos tatsächlich harmlos, aber eben uninteressant und würden demnach kein Geld einbringen, also wird nur das Foto an die großen Zeitschriften verkauft, das skandalös scheint.
Eine Frage, die sich der Fotograf, besonders der Fotojournalist noch stellen muss: Darf ich mein Bild überhaupt zeigen? Fotos von Gräueltaten, Kriegsfotografie oder auch Bilder, die andere Menschen in unangenehmen Situationen zeigen, darf ich diese Bilder zeigen? Darf ich sie sogar verkaufen? Darf ich aus dem Leid anderer Menschen Profit machen?
Wichtig ist auch hierbei die Intention.
a) Die Intention die ich habe, wenn ich das Foto schieße. (Will ich dem Fotografierten schaden oder möchte ich der Allgemeinheit Bericht erstatten?)
b) Die Intention die ich habe, wenn ich das Foto zeige. (Will ich Profit machen und zu meinem Vorteil arbeiten oder will ich informativ sein?)
Dürfen ist hierbei allerdings nicht juristisch gemeint, sondern auf Grundlage der Moral und Ethik, letzten Endes muss also jeder selbst entscheiden, ob er mit sich selbst vereinbaren kann, aufgrund fremden Leides sein Geld zu verdienen. Eine Frage, die man sich auch stellen sollte, die ebenso individuell zu beantworten ist: Unterstütze ich das Grauen, dass ich fotografiert habe dadurch dass ich es veröffentliche? Oder mache ich auf Missstände aufmerksam?
Man sieht also, dass Fotos sehr wohl ein Spiegel der Wirklichkeit sein können, aber auch Spiegel verzerren, und zeigen alles seitenverkehrt, jedes Foto ist also mit Vorsicht zu genießen, man kann sich über dessen Wahrheitsgehalt nie sicher sein.

Die Freizeit der Jugendlichen, der Weg zum Erwachsenen

Zur Freizeit der Jugendlichen hat wohl jeder eine eigene Meinung und auch dazu, ab wann man als erwachsen gilt. Die Frage ist auch nicht ganz einfach, zumal es immer auf den Blickwinkel ankommt, allerdings kann man versuchen, wenigstens mal einen genauer darzulegen.
Zunächst: Jugendliche müssen viel zu früh erwachsen werden, haben schon in Kindertagen wenig Freizeit, weil die Schule sie dank des Abiturs in 12 Jahren voll und ganz einspannt. Allerdings hat man durchaus die Chance, seine geringe Freizeit entsprechend der eigenen Vorlieben zu gestalten, zwar nicht mehr in so großem Rahmen wie es früher einmal der Fall war, aber wenn man die echte Liebe für ein Hobby empfindet, so findet man auch einen Weg, dieses auszuüben, zumal die Schule, auch wenn sie viel Freizeit nimmt, ein Angebot macht durch vielfältige Arbeitsgemeinschaften.
Die Freizeit bietet die Möglichkeit, sich frei zu entfalten, also einen wichtigen Schritt Richtung Selbstständigkeit zu tun, was nach Klaus Hurrelmann ein wichtiger Aspekt des Erwachsen-Seins ist. Erwachsen sein und volljährig sein sind also durchaus zwei unterschiedliche Dinge. Geht man nach Hurrelmanns Ausführungen über den Übergang zwischen Jugend- und Erwachsenenalter, so werden manche Menschen wohl nie erwachsen. Wichtig sind laut Hurrelmann die Abnabelung von den Eltern, Eigenverantwortlichkeit und eine feste partnerschaftliche Bindung. Was ist aber zum Beispiel mit den Menschen, die sich in Fernseh-Shows wie „Bauer sucht Frau“ wiederfinden? Sicher sind die Fälle übertrieben dargestellt, allerdings gibt es sie im Prinzip auch in der Realität. Und Menschen, die in keiner Beziehung leben, sind diese nicht erwachsen?
Hurrelmann schreibt: „[…] der feste Aufbau einer eigenen Partnerbeziehung zum anderen Geschlecht ist vollzogen[…].“ Da drängt sich die Frage auf: Was ist mit homosexuellen Beziehungen?
Man merkt also, dass Hurrelmanns Thesen durchaus Schwachstellen haben, wobei das zu verzeihen ist, ist es nun mal einfach schwer, eine Generation zu charakterisieren, die nicht die eigene ist. Trotz seiner Kenntnis von Sozialwissenschaften haben sich die Kriterien für ein Dasein als Erwachsener seit 1944 vermutlich durchaus geändert. Dass in seiner Jugend partnerschaftliche, heterosexuelle Beziehungen wichtig waren, ist typisch für die Zeit, allerdings ist dies als Anhaltspunkt für die innere Reife eines Menschen wohl doch eher ungeeignet.
Einen moderneren Ansatz liefert Gerhard Schulze, obwohl auch er 1944 geboren ist.
Laut Schulze dominieren zwei Wünsche die Jugendlichen: Individualität und Zugehörigkeit.
So konträr diese Wünsche sind, so sehr beeinflussen sie die Freizeitgestaltung der Jugendlichen.
Wie schon Christian Kracht in seinem Roman Faserland den Protagonisten umherreisen lässt, in der Hoffnung, irgendwo dazu zu gehören, so befinden sich Jugendliche auch auf dieser Reise. Krachts Hauptfigur verschlägt es schließlich auf ein Rave-Festival, auf dem er Individualität und Zugehörigkeit in ihrer Reinform erlebt. Individuell ist er insofern, dass er äußerlich überhaupt nicht angepasst ist, durch seine Kleidung fällt er auf. Zugehörig ist er aber, weil er mit anderen Menschen ins Gespräch kommt.
Die Jugendlichen suchen sich Freizeitbeschäftigungen, die ihren persönlichen Präferenzen entsprechen und finden dabei Gleichgesinnte. Sind also individuell, weil sie ein Hobby haben, welches nicht jeder hat, gleichzeitig gehören sie aber zu einer Gruppe, weil manche Menschen dieses Hobby teilen.
Diese gegensätzlichen Wünsche zeigen sich bei den heutigen Jugendlichen sehr stark. Es ist modern, gegen den sogenannten Mainstream (dt. Hauptstrom) zu sein, die Mehrheit behauptet von sich, gegen Mainstream zu sein, aber ist das dann nicht auch wieder Mainstream? 
Wie erleben also Jugendliche ihre Freizeit? Sie probieren sich aus, um Vorlieben herauszufinden, sie schaffen einen Ausgleich zu Disziplin und Arbeit. Dieser Ausgleich endet zwar häufig im Illegalen, wie zum Beispiel Alkoholkonsum von Minderjährigen, jedoch ist genau dieses Ausprobieren wichtig, um sich über die Konsequenzen des eigenen Tuns bewusst zu werden, wer schon mal einen echten Kater hatte, weiß, wovon ich rede.

Jugendliche zwischen Sinnsuche und Orientierungslosigkeit

Mal wieder eine Deutsch-Hausaufgabe, meiner Meinung nach einer der sinnvolleren Aufgaben in der Schule:

Die Gesellschaft befindet sich im stetigen Wandel. Beweise dafür findet man wohl in jedem Bereich, bei beiden Geschlechtern, in jeder Altersklasse.
Häufig werden besonders Jugendliche näher betrachtet, wie zum Beispiel in der 15. Shell-Studie, die sich mit der Lebenssituation und der Wertorientierung der Jugendlichen beschäftigt.
Unterschieden werden dabei zwei Großgruppen, sinngemäß: Die Gewinner und die Verlierer.
Als Gewinner zählt dabei, wer sich selbst disziplinieren kann, wer eigene Ideen hervorbringt. Um diese Ideen aber hervorbringen und umsetzen zu können, muss man deren Nutzen genau abwägen, auch den Nutzen anderer Menschen für den Fortschritt der Entwicklung der Idee, dabei wird einem schnell klar, dass niemand genau versteht, was man genau mit der Idee meint, um Erfolg zu haben, wird man zwangsläufig zum Egozentriker. Ist es das denn dann wert? Erfolg, aber wofür? Um ihn mit niemandem teilen zu können?
Eine Untergruppe der  Gewinner glänzt ebenfalls durch Ideen und Engagement, allerdings weniger auf materieller als auf sozialer Ebene. Freizeitgestaltung von Jugendlichen für Jugendliche. Die eigenen sozialen Kompetenzen werden verstärkt und anderen Jugendlichen, die es im Leben vielleicht nicht so gut getroffen hat, kann geholfen werden, einfach nur durch Zuhören, durch da Sein.
Dieses für die Gesellschaft so wichtige Hobby bleibt leider meist nur ein Hobby und warum? Weil der Staat lieber die Egozentriker unterstützt. Soziale Berufe werden nicht im Ansatz so gut bezahlt wie zum Beispiel der eines Wissenschaftlers. Welcher Beruf ist denn nun wichtiger, verdient es mehr, unterstützt zu werden? Hat die Mehrheit es nötig, den technischen Fortschritt weiter mit diesem rasenden Tempo voran zu treiben oder hat die Mehrheit es nötig, Kinder und Jugendliche in dem zu bekräftigen, was sie tun, sollen sie doch mal die Gewinner von morgen werden?
Diejenigen, die sich sozial engagieren, ergreifen das nur selten als Beruf, weil die Bezahlung zu gering ist, um dem gewünschten Lebensstandard nahekommen zu können. Und woher kommt dieser Lebensstandard? Von den reichen Egozentrikern, die allen zeigen, wie gut es ihnen doch geht! Sicher haben sie jetzt das Geld, um diesem Lebensstandard gerecht zu werden, aber echte Freunde haben sie dann doch eher selten.
Diesen Gewinnertypen sind zögerliche, unauffällige Jugendliche gegenübergestellt. Sie streben nach Lebensstandard und Macht, tun aber nichts dafür. In anderen Worten: Völlig weg von jeder Realität.
Eine andere Art von Verlierern sind hierbei die Leute, die nichts erreichen, sich alles wünschen, aber wissen, dass sie das niemals schaffen werden. Dieses Bewusstsein führt zu Aggressionen und Gewalt, die Nazis von morgen. Diesen Gedanken hat auch schon die Musikgruppe „Die Ärzte“ gehabt. In deren Song „Schrei nach Liebe“ heißt es:
Deine Gewalt ist nur ein stummer Schrei nach Liebe
Deine Springerstiefel sehnen sich nach Zärtlichkeit
Du hast nie gelernt dich zu artikulieren
Und deine Eltern hatten niemals für dich Zeit

Die Rede ist von einem jungen Nationalsozialisten, dessen Hass aus einer unerfüllten Kindheit herrührt, man erkennt also, dass dieser Verfall der Gesellschaft nicht nur von Soziologen registriert wird, sondern sich überall wiederfindet. Leider aber nicht nur in Musik, sondern auch in Fällen von Amokläufen, die dann in den Nachrichten verbreitet werden, sodass jeder über alles Bescheid weiß. Sicher ist es immer schlimm, dass Menschen zu so etwas in der Lage sind, aber warum kümmert sich niemand wirklich um die Gründe, um bei anderen, ähnlichen Fällen, vielleicht Präventionsarbeit leisten zu können? Immer wird nur das aktuelle Umfeld betrachtet, was aber früher mal gewesen ist, wird so oft außer Acht gelassen, weil man sich an einzelnen Punkten der Gegenwart orientiert, denen jegliche Begründung zuspricht und weil man dann ja eine Begründung gefunden hat, lässt man alles Andere unberührt. Dabei ist doch allgemein bekannt, dass die meisten und schwersten psychischen Störungen in Ereignissen aus der Kindheit begründet liegen.
Diese Gruppe derjenigen, die sich ihrer Defizite bewusst sind, steht am Rande der Gesellschaft hat sich aber auch damit abgefunden. Warum sollten sie sich auch engagieren? Gehören sie doch sowieso nicht zu den begnadeten Menschen, die es aus eigenem Antrieb heraus schaffen. Diese Menschen werden dann allein gelassen, höchstens von denen aufgefangen, die sich sozial engagieren, was ja aber leider Gottes viel zu wenige Leute sind. Und dann haben wir die Nazis, die Terroristen, die Amokläufer. Die bekommen Kinder und als Kind eines Schwerverbrechers hat man es nicht leicht, man fragt sich, ob man es überhaupt jemals schafft, aus diesem negativen Schatten herauszutreten, man selbst zu sein, merkt aber ziemlich bald, dass man eben dies nicht schafft in einer vorurteilsbelasteten Welt wie unserer und schon fehlt einem der Antrieb zu Neuem, zu Gutem, man endet genau da, wo schon die Eltern, womöglich die Großeltern geendet sind.
Merke: Die intelligenten Egozentriker leben auf der Sonnenseite. Sollte sich mal einer von denen herablassen, sich mit den Verlierern abzugeben, so haben diese die Chance, ebenfalls etwas aus ihrem Leben zu machen, wenn nicht, dann bleibt ihnen ja immer noch die Kriminalität.
Aber selbst dieses Egozentrisch-Sein passiert doch nur aus Angst. Aus Angst vor der Zukunft. „Wenn ich kein Geld habe, was bin ich dann überhaupt?“
Innere Werte verlieren immer mehr an Wichtigkeit, Außergewöhnlichkeit und Leistungsorientiertheit sind die Schlüssel zu einer gesicherten Existenz. Was ist denn in der Gesellschaft falsch gelaufen, dass etwas wie Leistungsorientiertheit, was schon Kinder in Burn-Out-ähnliche Zustände treibt, als Wert angesehen wird? Es reicht schon längst nicht mehr, kreativ oder intelligent oder offen gegenüber Mitmenschen zu sein. Man muss doch bitte alles sein, um überhaupt irgendeinen Nutzen erfüllen zu können. Da gibt es dann diese glücklichen Menschen, die all das mitbringen, die ihrer Zukunft frohen Mutes entgegen blicken können und diejenigen, denen nur eine der aufgezählten Qualitäten fehlt, weshalb sie schon umso mehr bangen müssen. Kreativ und offen, aber keine guten Noten in Mathematik? Entschuldigung, an dieser Musikschule können Sie leider nicht aufgenommen werden.
Im Ernst? Bei der Auswahl der Studenten sollte doch nicht nur der Abiturschnitt ausschlaggebend sein, sondern auch die entsprechenden Fächer, mit denen man den Schnitt erreicht hat.
Ein Abitur mit 1,5, aber als Prüfungsfächer nur Sprachen, ein bisschen Mathematik und Religion, dafür in Biologie nur 6 Punkte, aber nicht als Prüfungsfach, und damit will ich Neurologe werden?
Wobei es natürlich naiv wäre, nur Jugendlichen diese Gruppierungen zuzusprechen. Auch Erwachsene lassen sich in solche Gruppen unterteilen, nur haben sie es eben noch schwerer, sich zu einer anderen Gruppe zu gesellen, weil sie schon viel länger in diesem immer gleichen Muster leben, die Weichen für ihr Leben längst gestellt sind, den wirklichen Aufstieg schaffen eigentlich nur die Menschen, die durch eine außergewöhnliche Idee auf sich aufmerksam machen. Also eigentlich wieder nur Gewinnertypen, die durch irgendeinen unglücklichen Umstand kurzfristig zu den Verlierern gehörten. Als „echter“ Verlierer aber, als unintelligenter, unkreativer Mensch, hat man einfach keine Chance in dieser Gesellschaft. Keine Aufstiegschancen, das einzige Ansehen, was man irgendwie gewinnen kann, kommt dann aus illegalen Kreisen.
Hat man aber zu kriminellen Aktivitäten nicht den Mut, so bleibt einem doch nur die Flucht vor sich selbst, zum Beispiel durch Drogen, wie beim Protagonisten von Christian Krachts „Faserland“.
Keine Familie, keine ernsthafte Beziehung, keine wahren Freunde, kein Lebensinhalt abgesehen vom Alkohol. Wobei sich auch bei ihm der leichte Hang zur Kriminalität erkennen lässt. Das Klauen der Jacke eines Freundes, das Rauchen im Nichtraucher-Bereich, das alles nur, um Menschen auf sich aufmerksam zu machen, ein Hilfeschrei, wenn man so will. Ein Hilfeschrei, den aber niemand hört. Und so reist er von Stadt zu Stadt quer durch Deutschland, in der Hoffnung, irgendetwas zu finden, irgendetwas, was ihn begeistert und endet letztlich doch immer wieder beim Alkohol.
Jetzt ist es natürlich immer leicht, der Gesellschaft die Schuld zu geben, aber was ist denn schon die Gesellschaft? Sie besteht nun mal genau aus diesen Gewinnern und Verlierern, aus dir und mir. Kann man wirklich etwas für alles Leid verantwortlich machen, was auch alles Gute hervorgebracht hat? Oder ist dieser Zustand, diese Verteilung der Menschen einfach ein Umstand, mit dem man leben muss? Es gibt so viele Menschen auf der Welt, kann man überhaupt auf jeden Einzelnen eingehen? Oder wird da schlicht und ergreifend zu viel erwartet? Vielleicht ist ja die Gesellschaft ihr eigener Verlierer. Man weiß, wo die Defizite liegen und kann sie trotzdem nicht beheben.

Mittwoch, 26. September 2012

Das Ex-Freund-Phänomen – Warum wir geliebte Menschen plötzlich doof finden

„Es gibt nichts schöneres, als geliebt zu werden, geliebt um seiner selbst willen oder vielmehr: trotz seiner selbst.“ (Victor Hugo)

Vielleicht kennt es der ein oder andere: Glücklich und zufrieden in der Beziehung. Und wenns dann vorbei ist, fragt man sich: „Was hat mich da gestochen?“
Und warum ist das so? Warum fallen uns nach der Beziehung erst noch viel mehr Eigenschaften auf, die uns tierisch nerven?
Eine Möglichkeit: Unser Ego ist verletzt. Verletzt davon, weil der jeweils andere Schluss gemacht hat oder verletzt, weil es nicht funktioniert hat und dabei schien es doch so perfekt zu sein.
Man ist wieder allein.
Und nun suchen wir Gründe. Gründe, warum wir nicht schuld sein können, dass es nicht hingehauen hat.
„Er ist einfach zu egoistisch, zu engstirnig.“, „Sie hat mich sowieso nie verstanden.“ , „Er hatte nie Interesse an dem, was mich beschäftigt.“, „Sie meckert viel zu viel, das hätte ich eh nicht noch länger ertragen.“
Sicher, der andere ist schuld. In der Regel jedenfalls. Denn wer will schon auf sich sitzen lassen, dass  ein eigener Charakterzug möglicherweise ein Störfaktor für den Fortlauf der Beziehung war.
Und wer gibt das schon gerne zu?
Wir fangen an, immer mehr Eigenschaften zu finden, die uns am anderen stören.
„Sie lacht zu laut.“ , „Er reißt nur dumme Witze“ , „Sie drängt sich immer in den Mittelpunkt.“
Wir beginnen, den anderen doof zu finden. Und fragen uns: „Warum ist mir das nicht eher aufgefallen? War das schon immer so? Oder verändert er/sie sich erst nach der Beziehung?“
Haben wir die Eigenschaften letztendlich einfach hingenommen und die wurden von der Liebe zu dem Menschen quasi „überstrahlt“, weils nicht so wichtig war? Möglich wärs.  Victor Hugo hat das ja schließlich nicht umsonst gesagt.
Liebe lässt uns bestimmte Dinge akzeptieren oder sogar übersehen, die wir in anderem Kontakt häufig sofort ankreiden würden.
Und nun ist die Liebe weg, futsch oder zumindest abgeflacht. Und schwupps: Uns fallen all die Dinge auf, die wir vorher nicht bemerkten. Die zweite Möglichkeit.
Wie auch immer es ist, wohlmöglich auch ganz anders, als in meinen Gedankengängen.
Die Liebe allein versteht es wohl wirklich einen Menschen gerade trotz seiner selbst zu lieben. 


von Lisa

Generation iPhone

Ganz wichtig: Neues iPhone kaufen. Ja, die vorangegangenen hat man auch schon besessen, kaputt sind sie nicht, aber einfach nicht mehr das Neueste auf dem Markt. Tragisch. Man muss ja schließlich mit der Zeit gehen.
Im Ernst? Wenn ich ein funktionierendes Mobiltelefon habe, wozu soll ich dann mehrere hundert Euro ausgeben, um mir eins zu kaufen, dessen einziger Unterschied in abgerundeten Ecken besteht?
Das iPhone ist ja auch nur ein Beispiel für den immer stärker werdenden Wunsch nach Luxus schon bei den Jüngsten.
Natürlich muss Hollister getragen werden, „die Sachen sind einfach hochwertiger.“
Als ob. Mal hinten auf’s Schild geguckt? Made in Vietnam. Made in Cambodia. Dann doch lieber gleiche Qualität zum geringeren Preis, kann ich mir gleich noch mehr kaufen.
 Das Einzige, was für uns zählt, ist der Geschmack: Wenn mir ein gewisser Stil, der nur von einer Marke so produziert wird, wirklich am besten gefällt, dann kauft euch ruhig die Sachen. Aber einfach nur, weil da ein Mini-Logo dran ist? Einfach nur um zu zeigen „Ich hab das Geld.“?
Leicht erbärmliche Einstellung. Natürlich würde niemand jemals zugeben, Markenware zu kaufen, um seinen Wohlstand zu zeigen, wir erwarten hier auch keine Bekenntnisse, aber denkt doch einfach mal drüber nach. Muss es wirklich immer die Marke sein? Wenn das No-Name-Produkt qualitativ das Gleiche bietet?

Addendum zur Gleichberechtigung

Aus gegebenem Anlass hier noch ein kleiner Nachtrag zum Post über Gleichberechtigung:
Rauchen. Man kann dazu stehen, wie man will. Wir finden es letzten Endes auch eher unnötig, ganz besonders bei Minderjährigen, aber jedem sei seine Meinung überlassen. Diese Meinung sollte sich jedoch auf alle beziehen, Männer wie Frauen. Zu sagen, dass Rauchen bei Männern okay ist, bei Frauen aber nicht, einen Kommentar wie „Gleichberechtigung gibt es nicht“ abzulassen und das Ganze nicht weiter auszuführen ist dann doch eher eine feige Sicht der Dinge.
Kommentar eines Freundes: „Ich finde das bei Frauen einfach unattraktiv.“
Okay, über Geschmack lässt sich streiten, mit der Formulierung können wir leben, man findet ja auch Bärte bei Männern attraktiver als bei Frauen. Oder Brüste bei Frauen attraktiver als bei Männern.
Aber einfach zu sagen, dass es bei Männern okay ist, bei Frauen nicht und keine Begründung parat zu haben? Komm schon, ernsthaft?

Dienstag, 31. Juli 2012

Unsicherheit kennt kein Alter

Auf das folgende Thema wurden wir aufmerksam durch die Leitfragen, die im Deutsch-eA aufkamen, die wohl um 1900 das Lebensgefühl der Menschen beschrieben. Wer bin ich? – Was werde ich?
Kann ich den Ansprüchen meiner Umwelt gerecht werden und gleichzeitig mir selbst treu bleiben?
Was ist der Sinn meines Daseins?
Wie kann ich meine Unsicherheit überbrücken?
Von welchen Instinkten lasse ich mich leiten?
Wie kann ich eine Vorstellung von Werten und Moral bekommen?
Scheinbar treffen diese Leitfragen auch heute noch zu. Aus den Fragen erschließt sich eine gewisse Unsicherheit seiner selbst, die Frage nach dem Sein und dem Werden. Die Frage nach dem Lebenssinn dominiert das Denken und blickt man sich genau um, so erkennt man, dass auch heute diese Fragen nicht geklärt sind.
In jeder Altersstufe gibt es Vertreter, die sich nach dem Sinn ihres Daseins fragen, einige verzweifeln daran, weil sie keine oder nur unzureichende Antworten finden.
Jugendliche, die sich selbst verletzen oder sich an Drogen und Alkohol ausprobieren, um zu erkennen, was sie ausmacht. Erwachsene, die ihren Arbeitsplatz verloren haben und plötzlich merken, dass sie vermeintlich nichts mehr haben. Oder Menschen, die mitten im Leben stehen, einen Freundeskreis, Familie, festen Arbeitsplatz und einen Partner haben, die merken, dass ihnen trotzdem etwas fehlt. Die Unsicherheit, die Frage nach dem Warum hat den Menschen wahrscheinlich schon immer beschäftigt und wird es auch immer tun. Aber hat das Ganze denn tatsächlich eine solche Tragweite? In der heutigen Zeit zählt einfaches überarbeitet Sein schnell als Burn-Out Syndrom, man wird schneller krank gemacht, als man es tatsächlich ist. Werden dadurch nicht auch einfache Sachverhalte, die schlicht und ergreifend nicht zu vermeiden sind, dramatisiert? Sagt man den Menschen nicht, dass sie sich in einer echten Krise befinden, bevor sie selbst überhaupt das Gefühl haben? Eine andere Leitfrage fragt nach dem Erlangen von Werten und Moral, diese Frage stellt sich aktuell wohl nicht mehr so sehr.
Es gibt einige Institutionen, die feste Werte vermitteln, wie die einzelnen Religionen, oder man ist konfessionslos und konzentriert sich aber zum Beispiel auf die Karriere. Auch, wenn man die Werte, nach denen man lebt, die Moral, nach der man handelt, oft gar nicht benennen kann, so fragt man sich doch nicht danach, wie man aktiv eine Vorstellung dieser erlangen kann. Den meisten Menschen wird wahrscheinlich gar nicht bewusst sein, dass sie keine eigene Vorstellung von Werten und Moral haben, weil es eine allgemeine Vorstellung gibt, die man von der Gesellschaft vorgesetzt bekommt, nach der man zu handeln hat, und wenn man es nicht tut, hat man mit rechtlichen Konsequenzen zu rechnen. In einer Welt, in der alles vorgeschrieben ist - und wenn es nicht explizit vorgeschrieben ist, so sind viele Sachen doch nur in einer bestimmten Variation gesellschaftlich anerkannt [Diskriminierung von Übergewichtigen] - stellt sich die Frage nach individuellen Werten und Moral nicht. Wobei, bevor die Gesellschaft hier zu schlecht wegkommt: Zivilcourage ist ebenfalls eine gesamtgesellschaftliche Moral. Zwar eine, der nicht allzu viele Menschen folgen, was unserer Meinung nach aber nichts mit der fehlenden Moral zu tun hat, sondern mit der Angst vor dem, was passiert, wenn man sich wirklich einmischt. Es gibt genügend Negativbeispiele, wie sie wahrscheinlich jeder kennt, zum Beispiel die U-Bahn-Schlägereien.
Auch die Frage nach den Instinkten und von welchen ich mich leiten lasse, hat heutzutage kaum noch eine Bedeutung. Damals  glaubte die große Mehrheit der Menschen an eine übermenschliche Kraft, einen Gott, und dass sie zwar nach seinem Abbild geschaffen sind, er allerdings trotzdem über sie herrscht. Die Anzahl aktiver Gläubiger ist in letzter Zeit stark gesunken, der Mensch spricht sich selbst durch den immensen Fortschritt in der Wissenschaft Göttlichkeit zu, sodass man sich eher Gott als den Tieren zugehörig fühlt. Tieren werden Gefühle und Intelligenz beinahe abgesprochen, um sich als Mensch deutlich von ihnen zu distanzieren. Dass das Ganze biologisch fragwürdig ist, ist den meisten dabei egal. Allerdings muss bei dieser Argumentation klar sein, dass von der breiten Masse die Rede ist, nicht von Einzelpersonen. Denn wie in jedem Sachverhalt gibt es einzelne Menschen, die dem allgemeinen Eindruck nicht entsprechen.

Sonntag, 8. Juli 2012

Das Internet… Unendliche Weiten…



 Unser erster Gastautor, ein lieber Freund, hat Folgendes zu sagen:

"Jeder von uns war irgendwann einmal im Internet, fast jeder angemeldet in Sozialen Netzwerken. Der Großteil der Bevölkerung ist fasziniert und erfreut sich an den neuen Kommunikationswegen, die uns das Internet gebracht hat. Hier können wir mit Freunden schreiben, die eventuell grad ganz wo anders sind, vielleicht sogar auf einem anderen Kontinent, wir können Fotos, Musik, Gedanken mit ihnen teilen. Wir können in Kontakt zu Menschen treten, die wir lange nicht gesehen haben, sogar neue Leute kennen lernen. 
Das alles sind Errungenschaften, die wir einigen klugen Männern zu verdanken haben, Visionären, wenn man so will. Dass mit dem Internet auch Schindluder betrieben wird, steht hierbei wahrscheinlich außer Frage.

Die Frage ist in diesem worüber wir uns eigentlich beschweren?

Es gibt standardisierte Vorwürfe, die dem Internet immer und immer gemacht werden. Das reicht von Datenschutzverletzungen über Filesharing-Piraterie bis zu kinderpornographischem Material. Man kann zu den einzelnen Anschuldigungen stehen wie man will (von den Kinderpornos ganz abgesehen, dazu MUSS man Stellung dagegen beziehen, was zugegeben meine Meinung ist), was einem jedoch auffällt, ich setzte hier jetzt eine gewisse Medienkenntnis und ein Minimum an Verstand voraus, dass diese Probleme immer nur zu konkreten Anlässen eine Rolle spielen. Die Netzwelt wird dann nämlich instrumentalisiert, wenn andere Sündenböcke wegfallen – diese Entwicklung ist übrigens dauerhaft, Medien- und Senderübergreifend, was sich ändert ist stets nur der Sündenbock.

Aber lasst uns die Probleme doch einfach einmal aufschlüsseln, untersuchen, was sich dahinter verbirgt, in Erfahrung bringen, welche Gefahr sie wirklich mit sich bringen und am Ende heraus finden, dass Dummheit und Manipulation eine größere Gefahr als das Internet sind.
Oft wird, vor allem bei dem größten der Social Networks, Facebook, der Datenschutz bemängelt. Häufig angeführtes Argument sind die Informationen, die via GPS von Smartphones übermittelt werden, ebenso wie, dass das einmalig erstellte Profil aus dem Internet nicht mehr zu entfernen ist, samt aller Informationen. Oft geht es auch um die mangelnde Transparenz von Facebook und ich kann jedem dieser Punkte bis zu einem bestimmten Grad  zustimmen. Jedoch gibt es relativ einfache Methoden wie man sich vor der üblen Überwachungsmaschine schützen kann: Sorgfältig mit seinen Daten umgehen!
Wer nichts im Internet hat, was ihm gefährlich wird, hat auch nichts zu befürchten, zu dem gibt es immer wieder Abstimmungen der User über neue Datenschutzrichtlinien, wer nicht abstimmt (blöd aber demokratisches Prinzip) hat im Anschluss auch seine Fresse zu halten!

Selbstverantwortung heißt hier das Zauberwort!

Ein weiterer Punkt, der gleichzeitig auch mein Hauptpunkt sein wird, da er in den Medien oft auftaucht, das so genannte Filsharing oder Raubkopieren.

In diesem Moment drücke ich meine Zigarette aus und falte meine Hände vor dem Kopf zusammen. Hätte nicht erwartet, dass es so schwer ist einen Artikel für einen Blog zu schreiben, zumal den sowieso eher eine Minderheit lesen wird.
‚Raubkopieren‘ das war das letzte Wort, das ich geschrieben habe – ich beobachte die Uhr an meinem Rechner: 02:30!
„Verdammt“, denke ich mir und rüttel an meiner Kippenschachtel um zu erahnen wie viele noch drin sein mögen „du hast den Termin schon so oft verschoben, den Text dutzende Male geändert, gelöscht, von vorne angefangen, du musst ihn heute Nacht fertig kriegen!“
Mein Kopf tut weh. Ich höre das Klacken der Tasten, es ist verdammt laut, es muss weiter gehen!

 Das Problem an Raubkopien ist, dass sie der Industrie schaden, klar, keine Frage. Die Frage, die sich aber ein jeder stellen sollte ist immer, welchen Preis haben bestimmte Güter und welchen Wert!
Und wenn man diese Fragen zu Ende spinnt, kommt man schnell auf das Urheberrecht. Ist das Urheberrecht in der heutigen Zeit noch gültig? Seit dem es die Möglichkeit gibt Musik, Filme, Dokumente zu vervielfältigen, haben Menschen diese auch genutzt, um sich unbezahlt Daten und Informationen zu beschaffen! In welcher Gesellschaft wollen wir leben? In einer Gesellschaft, in der jeder Mensch ein Recht darauf hat, Geld für Kunst oder Wissen, das er selbst geschaffen hat, zu bekommen oder in der Informationen für Jedermann frei zugänglich sind? Diese beiden Punkte sind leider unvereinbar und man wird sich positionieren müssen, jeder auf einer der beiden Seiten.
Da das hier aber mein Text ist, werde ich jetzt auch sagen, wo ich mich positioniert habe und das ist die direkte Mitte! Ich habe mir das Recht heraus genommen, mich zwischen die Stühle zu setzten, nicht, weil ich eine Patentlösung habe, sondern weil ich glaube, dass es wichtig ist.

Ich habe kein Problem damit, dass Menschen für etwas, was sie schaffen, entlohnt werden, das ist halt der Kapitalismus in dem wir leben. Ich habe allerdings dann ein Problem damit, wenn sich Plattenmultis und Wirtschaftsbosse einmischen, die Kunst korrumpieren und zu einem Massenprodukt und folglich zu Kapital zu machen.
Wobei in den meisten Fällen die Konzerne,
die hinter den Künstlern stehen, den Bands
viel mehr schaden als Raubkopierer.


http://i135.photobucket.com/albums/q155/RobRoyBasic/Album1/muckecents1.jpg
Wie man an der Grafik sieht, kriegt ein Künstler pro verkauftem Album grade einmal einen Centbetrag. Das ist die wahre Ungerechtigkeit! Und nicht ein paar Kids, die keinen Bock haben für jede CD, die ihnen gefällt, mitunter 20 Euro auszugeben, die viel zu sehr an den Künstlern und ihrer Kunst interessiert sind, als dass sie genug Geld aufbringen könnten, um ihr Verlangen nach Kunst, nach Information zu stillen!

Ist das verwerflich? Ein Interesse an Kunst und Informationen, das schlichtweg zu kostspielig ist?

Schreibfluss, super, das Klacken der Tasten wird schneller, lauter, energischer. Ich atme aus. Hole tief Luft und überfliege das was ich grad schrieb! Klingt gut! Die ersten Vögel fangen an zu zwitschern, die letzten Besoffenen torkeln aus der Bar gegenüber.

Pause … Ruhe … Stille.

Ich öffne das letzte Bier, das sich im Kühlschrank versteckt, zünde eine weitere Zigarette an und stelle mich auf den Balkon. Eine kühle Brise weht um meine Nase, Sterne funkeln am Himmel, eine Stadt, die nie ruht, hat ihren Schlaf gefunden.

Es gab einen Menschen, der wusste, wie es den Usern, den Piraten, die filesharern, den Verbrechern und Dieben ging, wusste aber auch, warum die Künstler, vor allem aber die Unternehmen, einen Weg suchten diesen Leuten den gar aus zu machen.
Kim Schmitz a.k.a. Kim Dot-Com, Betreiber der kompletten Megavideokompanie. Er wurde wegen erheblicher Urheberrechtsverletzung im letzten Jahr verhaftet - … und freigelassen! Formalfehler seien die Ursache.
Warum war man so besessen davon, diesen Menschen hinter Gitter zu bekommen, dass das FBI es versäumte Anklage zu stellen? Oder gab es vielleicht einen ganz anderen Grund?

Kim Schmitz wollte eine Plattform im Internet schaffen, die sogenannte MegaBox, die es Usern erlaubt, Musik vollkommen kostenlos herunter zu laden und den Künstlern trotzdem 80% mehr Geld pro Platte bringt.

Ein Zitat von ‚ http://www.delamar.de/musikbusiness/megabox-15366/ ‘:

Und damit geht der Streit mit der Universal Music Group weiter. Das Konzept klingt märchenhaft: Künstler bekommen sogar für Musik, die von Usern kostenlos downgeloadet wird, Geld. Der Schlüssel dazu nennt sich Megakey, wurde bereits mit über einer Million Beta-Usern getestet und für tauglich befunden. Das Ganze soll über Werbung funktionieren. Damit will sich Schmitz von der veralteten Musikindustrie und vor allem von den großen Labels absetzten.


‘They don’t understand that the rip-off days are over.´ (Kim Schmitz)

Haben also im Endeffekt doch eher die Konzerne als die Behörden hinter der Verhaftung gesteckt? Bloße Vermutungen, geb ich zu! Wenn man sich jedoch überlegt, dass Plattenmultis und Wirtschaftsbosse uns unser Leben diktieren wollen, scheint es umso wahrscheinlicher!
SOPA, ACTA, PIPA, CIPA und ähnliche weitere Beschlüsse, ausformuliert von Unternehmen,  keinen legitimierten Gesetzgebern, sollen von unseren Regierungen durchgesetzt werden … ist das noch Demokratie?

Ein Pool, der sich dagegen gewehrt hat, war die Anonymous-Bewegung. Terroristen aus dem Netz, die sich gegen Internetsperrungen einsetzten und das zurückfordern, was das Internet einmal war: Frei!
Anonymität ist in der heutigen Zeit ein hohes Gut und man hat es nicht oft – doch dort, wo man die Anonymität noch lebt, spürt und verteidigt, da kommt man schnell an die Grenzen.
Anonymität bedeutet Freiheit, Freiheit bedeutet Grenzenlosigkeit, Grenzenlosigkeit bedeutet Gesetzlosigkeit. Ich werde keine der Seiten, auf die mich in diesem Abschnitt beziehe, namentlich nennen!

Man ist schnell dazu geneigt, sich über Datenspeicherung aufzuregen und das ist auch verständlich – genauso schnell ist man aber dazu geneigt, sich über Anonymität aufzuregen. Denn Regel 6 des Internets besagt: ‚Anonymous can be a horrible, senseless, uncaring monster‘! Wenn Anonymität Freiheit im Netz bedeutet, so kann sie ebenso bedeuten, dass hier Grenzen überschritten werden, die ein normaler Mensch nicht überschreiten würde. Beleidigungen, Diskriminierung, ‚Gore-Pics‘, also Bilder von Schwerverwundeten oder auch toten Menschen oder Tieren, und Pornos, mitunter auch Kinderpornos, sind eben jene Schattenseiten der Anonymität!
Allerdings sind diese Seiten, diese Sammelbecken von Widerlichen und Gestörten – im Grunde nur pubertäre Provinz Teenager -  auch zu einer Herzlichkeit und Ehrlichkeit in der Lage, wie man sie selten bei Menschen findet.
Beispiel: Jemand hat auf Youtube ein Video geladen, in dem er eine Katze misshandelt. Es hat keine 24 Stunden gedauert, da hatten diese kranken Motherfucker seinen Namen und Adresse und beides beim FBI eingereicht!
Beispiel: Jemand hat erzählt, dass er Ewigkeiten mit einem Mädchen via Chatroulette o.ä. gechattet hat und dann sein Internet ausgegangen ist. Er hatte sich in dieses Mädchen verliebt. 1 ½ Stunden später waren Name, Facebookaccount und Adresse, nur anhand von Fotos bei dem jungen Mann angekommen.
Beispiel: Zwei Teenager laden ein Video hoch, in dem sie eine Busfahrerin so stark beleidigen und mobben, bis diese anfängt zu weinen. Wenig später sind Name und Adresse von allen Beteiligten herausgefunden worden, für die Frau wurde ein Spendenkonto eingerichtet, damit sie in den Urlaub fahren kann, letzter Geldstand 100 000 Dollar.

Anonymität hat zwei Seiten, genau so hat es alles im Leben! Jedoch kann sich das Internet, ebenso wie das Leben, nur dann entfalten, Gestalt annehmen, wenn man es sich entfalten lässt. Durch Reglementierung und das Einschneiden von Freiheit ist niemandem geholfen. Lasst euch nicht verarschen von Medien, Regierungen, Konzernen, geht mit offenen Augen durch die Welt und durch das Internet und seid frei, frei zu sein, denn nur so kann endlos Schreckliches und herzzerreißend Gutes entstehen.

„Ist der Endsatz gut so? Wahrscheinlich nicht – aber er ist wahr!“ denke ich mir, als ich den Punkt dahinter setzte.
Die Kaffeemaschine röhrt und presst die letzten Tropfen des Gesöffs in die Kanne. Bier ist alle, Zigaretten sind schon zu viele geraucht und der Text ist zu lang geworden. Egal – Einatmen, Ausatmen, Luft holen.
Die Straßen füllen sich langsam wieder, die Leute gehen wieder nach draußen, die Stadt ist aufgewacht!
Ein Lächeln überkommt mich – aus keinem Grund. Der Kaffee dampft noch, als ich mich mit ihm wieder auf den Balkon stelle und mir die ersten Sonnenstrahlen ins Gesicht fallen.
Diese Stadt ist so groß, dass ich in ihr untergehe, verschwinde, ein Teil des großen Ganzen bin … und ihr? Ihr kennt mich nicht! Habt mich nie gesehen und wenn nicht wahrgenommen.

Und genau deshalb kann ich euch das alles hier schreiben, weil ihr niemals wisst wer ich bin!

Ich puste in meinen Kaffee, mein Gesicht ist ganz warm von dem Dampf und der aufgehenden Sonne, der Duft des Kaffees steigt in meine Nase als ich auf dem Balkon stehe und vor dem ersten Schluck der ganzen Welt zuflüstere:

„Man is least himself when he talks in his own Person.
Give a man a mask, and he will tell you the truth“
(Oscar Wilde)"



  

Mittwoch, 30. Mai 2012

Formspring – Plattform der Feiglinge


Formspring. Das ist dieses Forum, in dem sich jeder der mag, ein Profil anlegen kann und dann kann ihm jeder, der auch ein solches Profil hat, diverse Fragen stellen. So weit, so gut. Was die Idee dahinter war, erschließt sich uns nicht so ganz. Die Fragen, die gestellt werden, kann man unter seinem eigenen Namen stellen oder aber, und darin sehen wir das Problem, anonym. Wären es normale Fragen wie „Wo kaufst du deine Schuhe?“ könnte man sie unter dem eigenen Namen posten, das ist ja kein Inhalt, für den man sich schämen müsste. Die „richtig interessanten“ Fragen werden nur anonym gestellt. Okay, man kann ja selbst entscheiden, ob man diese beantwortet oder nicht, soweit noch in Ordnung. Wenn man aber die Funktion des anonym Seins dafür nutzt, andere zu beleidigen, hört’s doch irgendwo auf, oder? Ein „Du bist doch echt voll die Schlampe“ kann man unseretwegen ruhig sagen, man darf schließlich seine Meinung offen darlegen. Die Problematik sehen wir darin, dass, wer mit einer solchen Anschuldigung kommt, zumindest das Rückgrat haben sollte, dazu zu stehen, eine solche Meinung zu haben, was impliziert, dass das Ganze nicht anonym abläuft. Wir sagen nicht, dass man mit jedem gut klarkommen muss, klar, manchmal gibt es dieses Unverständnis und man findet andere einfach doof, nervig oder eben auch schlampig, aber das kann man doch auch direkt sagen? Oder zumindest nicht anonym? Hat die doofe, nervige, schlampige Person nicht verdient zu wissen, wer sie da nicht mag? Um dieser Person dann aus dem Weg gehen zu können? Oder nach den Gründen zu fragen, um sich eventuell zu verbessern, weil einem die eigenen Fehler gar nicht immer bewusst sind?
Denn, es gibt tatsächlich den Bereich der eigenen Persönlichkeit bzw. des eigenen Verhaltens, genannt „der blinde Fleck“, der sich unbewusst und zumeist nonverbal abspielt, etwa durch Gesten, Mimik, oder den Tonfall. Wer sich aufgrund solcher Beobachtungen eine Meinung über einen Menschen bildet, kann oft sehr falsch liegen – nicht immer, aber oft.
Deshalb ist es umso wichtiger, kenntlich zu machen, wer da ein Problem mit einer Person hat, damit eventuelle Missverständnisse geklärt werden können. Und selbst, wenn das nicht funktioniert, kann man sich dann wenigstens aus dem Weg gehen.

Dienstag, 29. Mai 2012

Gleichberechtigung: Männer vs. Frauen – in Unterwäsche

L:  Ich hab doch mit dir auch schonmal über "den Blog" gesprochen, oder? Also den, den’s noch nicht     gibt. Er wird jetzt wohl langsam Realität werden.

V: uhh da freu ich mich drauf

L: Ein Themenvorschlag zum Beispiel: Gleichberechtigung: Männer vs. Frauen – in Unterwäsche


V: Wieso in Unterwäsche?
L: Weil Lisa und ich da mal drüber gesprochen haben, dass Kerle ständig in Boxershorts unterwegs sind, aber wehe ein Mädchen ist mal in Unterwäsche unterwegs, schwupps: SCHLAMPE!

Es sei gesagt, dass wir nicht meinen, dass die Leute in der Öffentlichkeit zum Beispiel beim Einkaufen oder am Bahnhof nur in Unterwäsche rumlaufen. Wir beziehen uns mehr auf den Baggypants-Style, der jeden der es will, oder eben auch nicht, darüber informiert, welche Farbe heut getragen wird – untenrum. Dazu sagt im Grunde niemand was, dass es in irgendeiner Art und Weise „billig“ oder sonstiges aussieht. Jetzt denkt aber mal an die Mädchen, bei denen hinten der String-Tanga aus der Hose guckt. Hat einen billigen Beigeschmack, oder? Warum eigentlich?
Eine Theorie von V:
Ich denke, das könnte daran liegen, dass Boxershorts vielleicht etwas weniger aufreizend sind, nur eine Theorie.

Er mag ja Recht haben, aber: Was ist an „aufreizend“ denn so schlecht? Man gibt sich Mühe, gut auszusehen, man schminkt sich, macht sich die Haare, wieso hört der Spaß bei der Unterwäsche auf? Beziehungsweise, wieso hört das Ganze bei der weiblichen Unterwäsche auf, nicht aber bei den Herren der Schöpfung? Und wer entscheidet eigentlich, was „schlampig“ ist und was nicht? Haut zeigen ist schön, aber nicht immer? Wer macht diese Regeln?  Es ist so häufig die Rede von Gleichberechtigung „Die Frau hat es ja so weit gebracht.“
Natürlich hat sie das, aber von GLEICHberechtigung kann nicht die Rede sein.  Andersherum übrigens auch nicht. Viele Männer sagen: „Ich schlage keine Frauen.“ Da fragen wir uns: Warum eigentlich nicht? Bevor hier Proteste laut werden, wir sind nicht für körperliche Gewalt, Konflikte lassen sich auch anders (vor allem erfolgversprechender und gerechter) lösen; wenn ein Mann aber sagt, dass er keine Frauen schlägt, bei Männern aber nicht zimperlich ist, dann ist auch das keine Gleichberechtigung. Frauen können es auch mal „verdient“ haben, genauso sehr wie ein Mann. Wenn die Frau weiß, dass ihr Gegenüber sie nicht schlagen würde, kann sie sich doch umso mehr erlauben. Sie kann ihn quasi „psychisch quälen“ (ein Phänomen, welches oft besonders Frauen nachgesagt wird), aber das ist dann wiederum okay? Worte können auch verletzen, manchmal sogar mehr als ein Schlag.
Zitat mein Vater: „Wenn Männer sich streiten, die hauen sich eins auf’s Maul und damit ist die Sache gegessen, Frauen erwartet da ein ewiger Psychokrieg.“ Auch, wenn das etwas übertrieben sein mag, so hat er in der Sache doch Recht. Und das Argument, dass Männer keine Frauen schlagen, weil diese ihnen körperlich unterlegen sind, mag tatsächlich ein gutes sein, warum kommt es aber nicht zum Tragen, wenn ein gut trainierter, verhältnismäßig starker Mann einen „Durchschnittsmann“ schlägt? Der ist ihm doch dann auch körperlich unterlegen, warum darf er geschlagen werden, die Frau aber nicht?
Und eins noch: Billig? Erstmal: Ist nicht jeder Mensch gleichviel Wert? Und: Hat jemand schon mal einen Mann als billig bezeichnet? Warum ist auch das wieder ein Begriff, der sich zumeist auf Frauen bezieht? Womit – zumindest in unseren Köpfen – die Verbindung zu dem allbekannten Spruch: „
Wenn du einen Schlüssel hast, der in jedes Schloss passt, hast du den Master-Schlüssel, wenn du aber ein Schloss hast, in das jeder Schlüssel passt, dann hast du einfach nur ein billiges Schloss!”  hergestellt wäre. Wenn man mal von dem „Schloss“ als „Loch“ und dem „Schlüssel“ als „Stab“ abrückt, lässt sich das Ganze auch andersherum sagen. Eine Frau, die jeden Kerl kriegen kann, hat im Grunde auch den Master-Schlüssel. Wenn der Kerl erstmal überhaupt einen „Master-Schlüssel“ hat, kann er nicht damit umgehen. Zumindest häufig nicht.

Willkommen im Zeitalter des Bloggens


Blogs- Jeder kennt sie, manche mögen sie. Nicht unbedingt die meisten, aber auf jeden Fall die bekanntesten drehen sich um Kleidung, Nagellack (erstaunlich viel Nagellack) und „geheime“ Beautytipps.
Wir, das sind Lisa und ich, möchten gar keine Kritik daran üben, sie haben ja offensichtlich ihre Daseinsberechtigung, sonst würde sie niemand lesen, allerdings glauben wir, dass es zu wenig Blogs gibt, die nicht in diese Beschreibung passen, die nicht nur in Stylingfragen weiterhelfen und die unter Umständen auch zum Denken anregen. Aus diesem Empfinden heraus sind wir darauf gekommen, selbst einen Blog einzurichten, in dem wir unsere Meinung zu einzelnen Fragen darstellen, die man teilen kann, aber selbstverständlich nicht muss.
Wir werden auch nicht jeden Tag oder jede Woche oder in irgendeiner Art und Weise regelmäßig posten, sondern nur, wenn wir tatsächlich etwas zu sagen haben.
Wenn ihr selbst gute Texte habt, von denen ihr denkt, dass sie gut auf diesen Blog passen könnten, könnt ihr sie uns zuschicken, wir schauen mal drüber und gucken, inwiefern wir sie auf dem Blog veröffentlichen können, selbstverständlich mit dem Vermerk, von wem der Text stammt. Wenn ihr Themen habt, über die ihr unsere Meinung gern hören würdet, sind solche Vorschläge selbstverständlich immer willkommen, wir werden versuchen, unsere Ansichten dann in Worten auszudrücken und online zu stellen.

Wie wir zum Namen gekommen sind, lässt sich recht einfach erklären. „A mon avis“ heißt einfach nur „Meiner Meinung nach“ auf Französisch, es geht hier also, wie gesagt, tatsächlich nur um unsere Meinungen. Der Link“erkenntnisaposteriori.blogspot.com“ entstand dadurch, dass in der Werte&Normen Mappe der Begriff aufkam, dass eben die Erkenntnis über den Wahrheitsgehalt von etwas erst kommt, wenn man bereits eine Erfahrung dementsprechend gemacht hat. Und weil wir hier nur darüber schreiben wollen, was unseren eigenen Erfahrungen irgendwo entspricht, über Dinge, auf die wir durch eigene Erfahrungen erst gekommen sind.