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Freitag, 30. August 2013

Task Force Berlin – Warum jetzt erst recht niemand wählen geht



Am 22. September ist die Bundestagswahl. Eine wichtige Sache, für ganz Deutschland.
Die Wahlbeteiligung wird immer niedriger, besonders bei Jugendlichen, eine traurige Tatsache, gegen die ProSieben versucht, vorzugehen.

Der Ansatz ist gut, vier Prominente, die versuchen, zwischen Jugendlichen und Politikern zu vermitteln. Nur leider hapert es an der Durchführung.

Eine der Prominenten – Rebecca Mir – scheint aus der Sache lieber ihre persönliche Show zu machen, lässt die Politiker nicht ausreden, fragt nach Missständen, die schon längst ausgebügelt wurden, wie zum Beispiel das Gesetz zur Homo-Ehe.
Sie sagt selbst, als Erstwählerin hat sie noch nicht so den Plan von Politik, womit sie ganz klar Recht hat, aber muss man jemand Planlosen dann wirklich zum Mediator zwischen Politikern und anderen Planlosen machen?
Und diese Planlosen, diese Erstwähler, sind leider völlig einseitig dargestellt.
Primär Politik-Verdrossene, die von sich selbst oder auch über ihre Generation sagen, sie würden einfach nicht verstehen, was die Politiker so von sich geben, weil sie so unverständlich sprächen.
Wenn man nur Jugendliche aus Problem-Vierteln ohne Schulabschluss befragt, ist das überhaupt kein Wunder.

Ich selbst bin auf Bundes-Ebene ebenfalls Erstwählerin, habe aber keine Probleme damit, die Politiker zu verstehen, meine Probleme mit der Politik liegen anderswo, fragt mich danach mal ein Promi? Nein, weil es natürlich viel leichter ist zu sagen „Politiker müssen volksnäher werden“, man geht mit ihnen einen Kaffee trinken und damit hat sich die Sache.
Konkrete Verbesserungsvorschläge werden typischerweise gar nicht gemacht, aber selbstverständlich wird gesagt, dass man sich darum kümmert. Kann man ja mitten im Wahlkampf auch nicht zugeben, dass es manche Probleme einfach gibt, und man diese nicht lösen kann, ohne woanders neue hervorzurufen.

Wenn man sich aber schließlich mit ein paar Aussagen einzelner Politiker anfreunden kann, oder man diesen einfach nur sympathisch findet (soll’s geben), so wird einem das direkt wieder madig gemacht, und zwar durch Micki Beisenherz (oder so – „Deutschlands bestem Comedy-Autoren“) und seine blondgelockte Kollegin, die ihm nur nach der Schnauze redet.
Jegliche Aussage der Politiker wird ins Lächerliche gezogen, und wenn an manchen Aussagen einfach nichts auszusetzen ist, macht man eben die Person lächerlich.
Im Endeffekt ist in 5 Tagen „Task Force Berlin“ nicht ein Politiker gut weggekommen, wer soll denn diese – so dargestellten – Witzfiguren jetzt noch wählen?

Ich bin mit der Einstellung an die Sendung herangegangen, dass ich eigentlich weiß, wen ich wähle, ich mir aber gern auch nochmal andere Stimmen anhöre, eine Meinung kann schließlich immer geändert werden. Ich muss sagen, ich bin echt enttäuscht von der eigentlich so gut gemeinten Idee.


Also Leute, macht’s wie ich. Geht wählen. Nehmt eins unserer wichtigsten Rechte wahr. Und wenn ihr’s schon nicht aus Interesse oder Engagement macht, dann doch bitte wenigstens, damit nie wieder eine Sendung wie „Task Force Berlin“ über den Bildschirm flackern muss.