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Mittwoch, 26. September 2012

Das Ex-Freund-Phänomen – Warum wir geliebte Menschen plötzlich doof finden

„Es gibt nichts schöneres, als geliebt zu werden, geliebt um seiner selbst willen oder vielmehr: trotz seiner selbst.“ (Victor Hugo)

Vielleicht kennt es der ein oder andere: Glücklich und zufrieden in der Beziehung. Und wenns dann vorbei ist, fragt man sich: „Was hat mich da gestochen?“
Und warum ist das so? Warum fallen uns nach der Beziehung erst noch viel mehr Eigenschaften auf, die uns tierisch nerven?
Eine Möglichkeit: Unser Ego ist verletzt. Verletzt davon, weil der jeweils andere Schluss gemacht hat oder verletzt, weil es nicht funktioniert hat und dabei schien es doch so perfekt zu sein.
Man ist wieder allein.
Und nun suchen wir Gründe. Gründe, warum wir nicht schuld sein können, dass es nicht hingehauen hat.
„Er ist einfach zu egoistisch, zu engstirnig.“, „Sie hat mich sowieso nie verstanden.“ , „Er hatte nie Interesse an dem, was mich beschäftigt.“, „Sie meckert viel zu viel, das hätte ich eh nicht noch länger ertragen.“
Sicher, der andere ist schuld. In der Regel jedenfalls. Denn wer will schon auf sich sitzen lassen, dass  ein eigener Charakterzug möglicherweise ein Störfaktor für den Fortlauf der Beziehung war.
Und wer gibt das schon gerne zu?
Wir fangen an, immer mehr Eigenschaften zu finden, die uns am anderen stören.
„Sie lacht zu laut.“ , „Er reißt nur dumme Witze“ , „Sie drängt sich immer in den Mittelpunkt.“
Wir beginnen, den anderen doof zu finden. Und fragen uns: „Warum ist mir das nicht eher aufgefallen? War das schon immer so? Oder verändert er/sie sich erst nach der Beziehung?“
Haben wir die Eigenschaften letztendlich einfach hingenommen und die wurden von der Liebe zu dem Menschen quasi „überstrahlt“, weils nicht so wichtig war? Möglich wärs.  Victor Hugo hat das ja schließlich nicht umsonst gesagt.
Liebe lässt uns bestimmte Dinge akzeptieren oder sogar übersehen, die wir in anderem Kontakt häufig sofort ankreiden würden.
Und nun ist die Liebe weg, futsch oder zumindest abgeflacht. Und schwupps: Uns fallen all die Dinge auf, die wir vorher nicht bemerkten. Die zweite Möglichkeit.
Wie auch immer es ist, wohlmöglich auch ganz anders, als in meinen Gedankengängen.
Die Liebe allein versteht es wohl wirklich einen Menschen gerade trotz seiner selbst zu lieben. 


von Lisa

Generation iPhone

Ganz wichtig: Neues iPhone kaufen. Ja, die vorangegangenen hat man auch schon besessen, kaputt sind sie nicht, aber einfach nicht mehr das Neueste auf dem Markt. Tragisch. Man muss ja schließlich mit der Zeit gehen.
Im Ernst? Wenn ich ein funktionierendes Mobiltelefon habe, wozu soll ich dann mehrere hundert Euro ausgeben, um mir eins zu kaufen, dessen einziger Unterschied in abgerundeten Ecken besteht?
Das iPhone ist ja auch nur ein Beispiel für den immer stärker werdenden Wunsch nach Luxus schon bei den Jüngsten.
Natürlich muss Hollister getragen werden, „die Sachen sind einfach hochwertiger.“
Als ob. Mal hinten auf’s Schild geguckt? Made in Vietnam. Made in Cambodia. Dann doch lieber gleiche Qualität zum geringeren Preis, kann ich mir gleich noch mehr kaufen.
 Das Einzige, was für uns zählt, ist der Geschmack: Wenn mir ein gewisser Stil, der nur von einer Marke so produziert wird, wirklich am besten gefällt, dann kauft euch ruhig die Sachen. Aber einfach nur, weil da ein Mini-Logo dran ist? Einfach nur um zu zeigen „Ich hab das Geld.“?
Leicht erbärmliche Einstellung. Natürlich würde niemand jemals zugeben, Markenware zu kaufen, um seinen Wohlstand zu zeigen, wir erwarten hier auch keine Bekenntnisse, aber denkt doch einfach mal drüber nach. Muss es wirklich immer die Marke sein? Wenn das No-Name-Produkt qualitativ das Gleiche bietet?

Addendum zur Gleichberechtigung

Aus gegebenem Anlass hier noch ein kleiner Nachtrag zum Post über Gleichberechtigung:
Rauchen. Man kann dazu stehen, wie man will. Wir finden es letzten Endes auch eher unnötig, ganz besonders bei Minderjährigen, aber jedem sei seine Meinung überlassen. Diese Meinung sollte sich jedoch auf alle beziehen, Männer wie Frauen. Zu sagen, dass Rauchen bei Männern okay ist, bei Frauen aber nicht, einen Kommentar wie „Gleichberechtigung gibt es nicht“ abzulassen und das Ganze nicht weiter auszuführen ist dann doch eher eine feige Sicht der Dinge.
Kommentar eines Freundes: „Ich finde das bei Frauen einfach unattraktiv.“
Okay, über Geschmack lässt sich streiten, mit der Formulierung können wir leben, man findet ja auch Bärte bei Männern attraktiver als bei Frauen. Oder Brüste bei Frauen attraktiver als bei Männern.
Aber einfach zu sagen, dass es bei Männern okay ist, bei Frauen nicht und keine Begründung parat zu haben? Komm schon, ernsthaft?