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Freitag, 26. Oktober 2012

JuliensBlog


Allgemein bekannt, von vielen regelrecht verehrt.
Auch ich muss zugeben, er ist durchaus amüsant, der gute Julien. Nimmt kein Blatt vor den Mund, spricht das aus, was viele andere denken und das auf eine intelligente, unterhaltsame Art, die ihn vermutlich so beliebt gemacht hat. Für ihn spricht ganz klar, dass er sich durch all die negativen Kommentare nicht beeinflussen lässt, sie eher noch sarkastisch beantwortet, sich selbst also treu bleibt.
 Meiner Meinung nach der beste Aspekt an seinen Videos: Seine Redegeschwindigkeit. Es macht Spaß, ihm zuzuhören und in einigen Fällen teile ich seine Meinung. Diese Vorzüge beziehen sich aber nur auf seine Rap-Analysen und die „JuliensBlog vs. Eltern im Netz“ –Videos.
Die Geschmacklosigkeit wird meiner Meinung nach mit seinem eigenen Rap „11.September“ erreicht.
Technisch möchte ich auf den Rap überhaupt nicht eingehen, weil ich davon ehrlicherweise keine Ahnung habe und mich auch für Rap nicht interessiere, ganz besonders nicht für deutschen Rap. Inhaltlich hab ich da aber schon so meine Anfragen.

„Dauernd Frauen schlagen, Bitch, ich hab schon blutige Hände
Deutschland wird zerwixxt von der Youtube-Legende
Niemand gibt ein Fick auf euer minderbemitteltes Leben
Nutten werden missbraucht und behinderte Kinder getreten“
So, kommen wir zu meiner inhaltlichen Analyse: Zum Thema „Frauen schlagen“ haben wir ja in unserem Gleichberechtigungspost einiges gesagt, das muss ja nicht wiederholt werden.
Youtube-Legende?
Legenden zeichnen sich durch eine langanhaltende Popularität aus. SO populär ist JuliensBlog nicht und erst recht noch nicht so lang, als dass das Wort „Legende“ angebracht wäre, aber schön, wenn er selbstbewusst (oder selbstverliebt?) ist.
„Niemand gibt ein Fick auf euer minderbemitteltes Leben
Nutten werden missbraucht und behinderte Kinder getreten“
Hm. Wenn ein Fan von Julien mit ernsthaften psychischen Problemen sowas liest/hört, kann ihn das in eine tiefe Krise stürzen. Ich sage nicht, dass es der Fall ist, aber stellt euch mal vor, jemand hat sich auf Grund solcher Aussagen in den Selbstmord gestürzt. Und abgesehen davon, wer gibt denn bitte einen „Fick“ auf sein Leben?
Zum behinderte Kinder treten muss ich nichts sagen, oder?
Und eine sprachliche Sache: Niemand gibt einEN Fick. Julien feiert sich selbst, dass er ach so viel intelligenter ist als seine Fans und Hater, aber für korrekte deutsche Sprache reicht es nicht? Na gut, vielleicht ist das auch ein Stilmittel des Asi-Raps.
„Savas, deine Mucke ist wie AIDS, der Shit war höchstens in den 90ern in“
Eine Krankheit als „in“ zu bezeichnen, geht meiner Meinung nach schlicht und ergreifend zu weit, dazu will ich gar nichts Weiteres sagen, da könnte ich nicht mal mehr im Ansatz sachlich bleiben.
„Ihr habt große Fresse auf der Anklagebank […] und fresst im Knast alle Schwanz“
Auch damit hab ich ein sprachliches Problem, aber wie gesagt, wenn das sein Stilmittel ist, bitte.
„Durch Zynik überlegen“
Oh man… Ein Stück weit ist man angewiesen auf seine Fans, und wenn man ihnen ständig bei jeder Möglichkeit unter die Nase reibt, wie überlegen man doch ist, kommt das auf Dauer nicht gut an. Aus diesem jungen Mann sprudelt die pure Arroganz.
Im Refrain wird der 11. September als offizieller Feiertag betitelt, was schlicht und ergreifend indiskutabel weil respektlos ist.
Menschen wie Julien, die vor nichts Respekt haben und Grenzen nicht erkennen, nicht wissen, wann es genug ist, fliegen in ihrem Leben irgendwann so tierisch auf die Fresse, dass sie sich unter Umständen nicht wieder davon erholen. Letzteres wünsche ich natürlich niemandem, aber ich wäre schon dafür, dass Julien langsam mal ein Bewusstsein dafür entwickelt, was er öffentlich breittreten kann und was er besser für sich behält. Bei Kindern ist das auch so. Die wissen noch nicht, was man in welcher Situation besser ungesagt lässt. Der Unterschied besteht aber darin, dass Kinder irgendwann lernen, bei Julien habe ich meine begründeten Zweifel…
„Ich hab mehr Teenies weggeknallt als Anders Breivik“
Im Grunde hab ich dazu die gleiche Meinung wie zu der Sache mit dem 11. September, aber ich will mich hier nicht wiederholen.
In der zweiten Strophe beginnt er erneut, über’s behinderte Kinder Treten zu reden. Mensch Julien, wer so viel Hass in sich trägt, muss sich doch nicht wiederholen, dir fällt doch sicherlich noch eine Minderheit ein, die für ihre Defizite nichts kann, die man mal eben verreißen kann?
„Liebe Hater, Blog hat für euch keine Verwendung
denn ihr seid wie krebskranke Kinder, Zeitverschwendung“
Vermutlich zähle ich durch diesen Blog-Eintrag auch zu den Hatern, obwohl ich seinen Stil ja prinzipiell mag. Diese dann aber mit krebskranken Kindern gleichzusetzen und eben diese Kinder als Zeitverschwendung zu bezeichnen ist – ich weiß, ich wiederhole mich – respektlos und das Letzte.
„Lappen, das ist schwarzer Humor, so wie Negerwitze.“
Nee. Das ist einfach keine Form des Humors mehr. Schlicht und ergreifend nein.

Bevor hier Proteste laut werden: Mir ist durchaus klar, dass Julien oft genug sagt, dass er nur sarkastisch, zynisch und ironisch ist, provozieren will, meiner Meinung nach sollte man aber doch wenigstens ein bisschen die Grenzen des guten Geschmacks einhalten.
Und durch das zelebrieren solcher Texte werden seelisch ungefestigte Menschen doch nur dazu aufgerufen, Gewalt zu verherrlichen, weil diese ja unter Umständen die Ironie gar nicht erst verstehen. Abgesehen davon kann ich mir gut vorstellen, dass Julien, obwohl er immer sagt, dass all das auf Ironie, etc. beruht, ernsthafte Probleme hat. Das meine ich jetzt nicht mal gemein, aber ich finde, es wird ein gestörtes Verhalten zu Frauen deutlich, genauso wie ein tief verwurzelter Hass gegen die Gesellschaft. Ein Psychologe würde vermutlich noch viiiiiel mehr finden, aber ich finde, als Denkanstoß reicht das hier erstmal.
Eine – meiner Meinung nach – supergute, kurz und knapp formulierte Kritik, mit der ich voll und ganz konform gehe, findet sich hier: http://www.youtube.com/watch?v=dn9jVIWUyeY

Den Songtext hab ich von dieser Seite bezogen: http://rapgenius.com/Juliensblog-11-september-lyrics

Ich könnte eigentlich zu jeder einzelnen Zeile des Songs was sagen, aber dann komme ich vom 100. ins 1000. und das liest ja dann keiner mehr.
Ich hoffe aber, dass das, was mir wichtig war, hier deutlich geworden ist.



Sonntag, 14. Oktober 2012

Deutsches Gesundheitssystem – Der Leidtragende ist der Patient

Schwer zugängliches Thema, zumal die Meinungen da durchaus sehr weit auseinandergehen, mir persönlich ist es aber ein Bedürfnis, manche Dinge einfach mal zu sagen. Ich weiß nicht, inwiefern sie Einzelschicksal sind, aber selbst wenn das, was ich beschreibe, nur Ausnahmen sind, so darf es sowas meiner Meinung nach trotzdem nicht geben.
Ein Mädchen von 7 Jahren hat ständig Bauchschmerzen, wird zu Spezialisten überwiesen, die tendieren zum Nabelbruch, können aber nichts finden. Ende vom Lied: „Kriegen Sie in Ihrer Familie erstmal alles klar, die Bauchschmerzen sind psychosomatisch.“ Die Eltern, versuchen Zugang zu ihrer Tochter zu finden, aber sie hat keine Probleme. Geht gern in die Schule, bringt gute Noten mit nach Hause, innerhalb der Familie gibt es keine Probleme, alles ist gut. Nach einem halben Jahr verschiedene Ärzte konsultieren, kommt man endlich zur Lösung: Eine Lebensmittelunverträglichkeit, eine zu der Zeit relativ seltene. Sowas wird eh nur selten erkannt. Alles, was nicht die typische 0-8-15 Krankheit ist, wird erstmal als psychisch bedingt abgestempelt, vielleicht legt es sich ja von allein wieder.
Aber es geht auch noch schlimmer:
Ein Mädchen von 15 Jahren geht seit Monaten mit Kopfschmerzen in die Schule, bricht gelegentlich zusammen, hat zuhause kaum noch die Kraft, überhaupt irgendwas zu tun, die Kopfschmerzen ziehen sich über den gesamten Tag, über’s Wochenende, Ferien.
Hausärzte sind ratlos, erstmal zum Neurologen, der findet nichts, sicherheitshalber in’s MRT, über die gesamte Krankheitsphase 8 mal,  es findet sich nichts. 4 Krankenhausaufenthalte, jeweils mindestens eine Woche, die Ärzte entlassen sie mit entspannenden Fango-Packungen und Massagen, die Kopfschmerzen kämen von einem verspannten Nacken. Aber es wird immer schlimmer, das Mädchen ist mittlerweile 16, drei Monate bleibt sie der Schule fern, wird in eine Spezialklinik eingewiesen. Diese sogenannten Spezialisten schicken sie zum Psychologen. „Das Kind will einfach nicht in die Schule.“ Das genaue Gegenteil ist der Fall, aber wenn niemand zuhört, kann das auch niemand rausfinden. Alles, was sie will, ist wieder in die Schule gehen, ein normales Leben führen, die Freundschaften wieder pflegen können. Die Psychologin besitzt doch tatsächlich die Frechheit, zu sagen „Ich habe sie als sehr ernste Person erlebt.“
Wenn man seit einem Jahr von einem Arzt zum anderen geschickt wird, letzten Endes aber nur gesagt bekommt, man hätte eine Klatsche, der Fortgang der Schule steht auf dem Spiel, Freunde verstehen nicht, dass man sich in so einer Zeit nicht meldet und beenden die Freundschaft, wie soll man da noch gut gelaunt einer Psychologin gegenübersitzen, die ihr Urteil bereits gefällt hat?
Nunja, nach ewigem Bequatschen der Ärzte und mehrmaligem Hinweisen auf einen Knubbel im Genick, den sonst niemand so hat, wurde dann zumindest mal eine Ursache für die Kopfschmerzen gefunden. Liquorleck. Ist im Grunde ein Riss in einem Kanal im Wirbelkanal, durch den Liquor (das ist die Flüssigkeit, in der das Hirn schwimmt) austritt. Das Hirn hatte also quasi ein wenig Schutz verloren, wurde kantiger bewegt und berührte die Schädeldecke, dass das Kopfschmerzen macht, ist klar, oder?  Aber die Kopfschmerzen waren nicht hundertprozentig gut, sie waren nur etwas besser. Dieser besagte Knubbel war ja auch noch da. Schien ein Lipom zu sein, Fettgewebe, das macht aber keine Kopfschmerzen. Wenn das Mädchen aber an dem Knubbel gedrückt hat, hat sich der Kopfschmerz verstärkt, irgendwie musste das doch zusammenhängen.  Auf Drängen der Eltern hin wurde der Knubbel letztendlich entfernt. Ein Fibrom. Ein Gewebetumor an der Halswirbelsäule, lag direkt auf einem Nervenstrang, der über den Kopf reicht, sodass dieser Tumor durchaus Kopfschmerzen verursachen konnte. Abgesehen vom Operateur, der das Ganze mit eigenen Augen gesehen hat, wollte das trotzdem niemand zugeben. Ein Tumor von 1,5cm Durchmesser. Angeblich völlig auswirkungslos. Als wäre das nicht genug, wurde während der Zeit, in der noch keine Diagnose feststand, einfach mal der Verdacht eines Hirntumors in den Raum gestellt. Wer lässt bitte ein 16jähriges Mädchen 3 Wochen in dem Glauben leben, einen Hirntumor zu haben?
Wegen mangelnder Nachsorge hat sich verhärtetes Narbengewebe gebildet, sodass der Nerv wieder betroffen war, sodass dieses Mal der Schulbesuch für ein ganzes Semester nicht möglich war, das Abitur wird jetzt mit einem Jahr Verspätung gemacht, nur weil die Ärzte nicht darauf gehört haben, was ein 15jähriges Mädchen zu sagen hat. Schon beim ersten Arztbesuch wegen der Kopfschmerzen wies sie auf den Knubbel hin und es hat 1 ½ Jahre gedauert, bis das mal ein bisschen ernst genommen wurde.
Wie eingangs erwähnt, weiß ich nicht, inwiefern das ein Einzelschicksal ist, dass Patienten nicht ernst genommen werden, besonders Kinder und Jugendliche oder Mütter, denen schlicht schnell Hysterie zugesprochen wird, Fakt ist aber: Selbst wenn es ein Einzelschicksal ist, so darf das trotzdem nicht vorkommen.
Nicht nur 1 ½ Jahre voller Kopfschmerzen, sondern auch eine wiederholte Schulklasse und der Verlust mehrerer Freunde sind also den deutschen Ärzten zuzuschreiben.  Ob der Fehler jetzt im System liegt, oder bei den Ärzten kann ich nicht zuordnen, Tatsache ist aber, dass es einen gravierenden Fehler gibt, der behoben werden muss.

Dienstag, 9. Oktober 2012

Jede Fotografie ist exakt – Keine ist wahr (Anonym)

Welche Bildunterschrift passt zu dieser Fotografie?
Im Grunde genommen war es nur ein Zufall einer Militärfotografin, dieses Motiv einzufangen, sodass es keine zugehörige Unterschrift gibt, aber welche Beschreibungen könnte man angeben, sodass der Sinn jeweils ein völlig anderer ist? Alle für das gleiche Bild.
„Soldat verpasst Beginn eines Angriffs weil er mit einer Katze beschäftigt ist.“
„Soldaten sehnen sich nach langem Einsatz nach familiärem Umfeld.“
Zwei völlig unterschiedliche Bildunterschriften, die beide zum Bild passen würden, die Geschichte aber jeweils in ein anderes Licht rücken. Was davon ist nun gelogen? Was ist wahr?
Da das Bild nur zufällig ohne weiteren Kontext entstanden ist, lässt sich über den jeweiligen Wahrheitsgehalt nicht viel sagen, allerdings ist durch dieses Beispiel klar geworden, wie viele verschiedene Bedeutungen eine Fotografie annehmen kann.
Zeigt eine Fotografie nun die Wahrheit, gibt sie die Realität wieder oder nicht?
Der Wahrheitsgehalt einer Fotografie liegt zum Großteil in der Intention des Fotografen.
Möchte ich journalistisch arbeiten und berichten? Möchte ich durch Fotografie Kunst ausdrücken?
Lewis Hine sagte:
„Fotografien mögen vielleicht nicht lügen, aber Lügner können fotografieren.“
Fotografen haben immens viele Möglichkeiten, die vermeintliche Realität zu beeinflussen, zu verfälschen, den Eindruck des Betrachters zu manipulieren. Ein Beispiel ist der Winkel, aus dem die Fotografie aufgenommen wird. Eine Person von 1,60 m die aus einem Winkel auf Höhe der Knie oder sogar noch weiter unten aufgenommen wird, erscheint größer als 1,60 m.

                                                                                                                                                (c) Leandra Busch
                        (Leider kann ich das Bild irgendwie nicht drehen, aber ich denke, der gemeinte Effekt wird klar)

Viele verschiedene Fotos des gleichen Objektes aus unterschiedlichsten Blickwinkeln konstruieren eher eine Realität, der Betrachter bekommt einen besseren Eindruck des Motivs, wenn auch nie vollständig, da die Kombination der Bilder zu einem Ganzen schwierig ist und man so viele Fotos, wie man Bilder mit dem Auge wahrnimmt, gar nicht machen kann. Der Fotograf liefert nur einen Ausschnitt der Welt, die uns umgibt, erst der Betrachter begreift und erkennt die Zusammenhänge.  Auch die verschiedenen Belichtungsmöglichkeiten bieten Freiraum für Beeinflussung des Motivs.

                                                                                             (c) Leandra Busch
Light is turning something normal into something magical.
                                                                                             
Thomasz Lazar
Besonders heutzutage im Zeitalter von Digitalkameras sind die Möglichkeiten beinahe unendlich. Ich kann ohne Bearbeitungszeit am Computer bereits schwarz-weiß fotografieren.
Auch der Bildausschnitt kann den Eindruck verfälschen. Eine Detailansicht kann völlig anders aussehen als das Gesamtbild. Kaum vorzustellen, was aus der Realität wird, wenn ein Mediengestalter eine Fotomontage erstellt.
Einerseits gibt eine Fotografie natürlich die Wahrheit wieder, ein Einhorn wurde zum Beispiel nie fotografiert und zwar nur deshalb, weil es keins gibt. Ein Maler kann ein Einhorn malen, wenn ihm danach ist, ein Fotograf müsste erst mal eins finden.
Andererseits aber kann eine Fotografie nur einen Augenblick festhalten, während sich die Wirklichkeit im ständigen Wandel befindet.
„Fotografie ist unlösbar mit der Zeit verknüpft, die sie festhält, mit der Zeit, die zwischen den Fingern, zwischen den Augenblicken zerrinnt… Die Zeit wird nie mehr das sein, was sie war.“
                                                                                                                                                            
Anonym
 Schon Heraklit sagte, dass die Wahrheit ein ständiger Fluss ist und eine Fotografie kann nur einen Bruchteil des Fließens einfangen. Wenn man zum Beispiel an einem windigen Tag einen Laubbaum fotografiert, so neigen sich die Blätter vielleicht alle nach links, allerdings hängen sie, sobald der Wind nachlässt, nach unten. Ist die Fotografie dann noch der Wahrheit, der Wirklichkeit entsprechend? Auf dem Bild sieht man den Wind nicht, man spürt ihn nicht, hört ihn nicht, man sieht nur die geneigten Blätter, die so nicht dem Original entsprechen.
 
                                                                                                    (c) Leandra Busch
Kracauer sagte: „Wenn Fotografie die Wirklichkeit in eine so banale wie zufällige Ansammlung ebenso zufälliger Gegenstände verwandelt, dann könne man diese Bilder als Lektüreanweisung verstehen, dass auch gesellschaftliche Ordnungen keine natürlichen Ordnungen sondern kontingent sind.
Hinter Bildern der Entfremdung dämmert das Bild einer anderen Wirklichkeit […].“
                                                                                                                            
Kracauers letzte dialektische Wendung
Fotografien sind also als Möglichkeit, wie die Realität aussehen könnte, zu verstehen, als eine Möglichkeit, aber nicht als absolute Wahrheit. Er transponiert dieses auf gesellschaftliche Ordnungen, die nicht natürlich entstanden sind oder natürlich existieren, sondern kreiert wurden.
Was nicht vergessen werden darf ist, dass Fotografen mit ihren Arbeiten nicht immer nur die Wahrheit wiedergeben wollen. Wichtiger ist das Vermitteln von Inhalten, die anhand des Bildes verdeutlicht werden, egal ob das Bild real erscheint oder nicht. Die Authentizität eines Fotos bezieht sich immer darauf, was die Absicht beim Fotografieren war. Das oben angeführte Foto mit dem Soldaten und der Katze wäre als Mode-Fotografie unglaubwürdig, als das, was es aber ist, nämlich als Lenkung der Aufmerksamkeit auf die Menschlichkeit der Soldaten, ist es sehr authentisch.
„Eine Fotografie zeigt nie die Wahrheit.“
                                                              
Richard Avedon
„Das Auge macht das Bild, nicht die Kamera.“
                                                              
Gisèle Freund
Egal, welche Intention der Fotograf hatte, der Wahrheitsgehalt der Fotografie liegt im Auge des Betrachters. Derjenige, der das Foto sieht, sollte es bewusst anschauen, hinterfragen und dabei kritisch sein. Viel zu oft werden Fotos einfach nur betrachtet und nach der erstbesten Möglichkeit interpretiert, ohne erneut darüber nachzudenken. Aufgrund dessen machen Paparazzi ihre großen Geschäfte. Personen der Öffentlichkeit werden in vermeintlich heiklen Situationen abgelichtet, könnte man aber Fotos davor und danach sehen, sind die meisten Fotos tatsächlich harmlos, aber eben uninteressant und würden demnach kein Geld einbringen, also wird nur das Foto an die großen Zeitschriften verkauft, das skandalös scheint.
Eine Frage, die sich der Fotograf, besonders der Fotojournalist noch stellen muss: Darf ich mein Bild überhaupt zeigen? Fotos von Gräueltaten, Kriegsfotografie oder auch Bilder, die andere Menschen in unangenehmen Situationen zeigen, darf ich diese Bilder zeigen? Darf ich sie sogar verkaufen? Darf ich aus dem Leid anderer Menschen Profit machen?
Wichtig ist auch hierbei die Intention.
a) Die Intention die ich habe, wenn ich das Foto schieße. (Will ich dem Fotografierten schaden oder möchte ich der Allgemeinheit Bericht erstatten?)
b) Die Intention die ich habe, wenn ich das Foto zeige. (Will ich Profit machen und zu meinem Vorteil arbeiten oder will ich informativ sein?)
Dürfen ist hierbei allerdings nicht juristisch gemeint, sondern auf Grundlage der Moral und Ethik, letzten Endes muss also jeder selbst entscheiden, ob er mit sich selbst vereinbaren kann, aufgrund fremden Leides sein Geld zu verdienen. Eine Frage, die man sich auch stellen sollte, die ebenso individuell zu beantworten ist: Unterstütze ich das Grauen, dass ich fotografiert habe dadurch dass ich es veröffentliche? Oder mache ich auf Missstände aufmerksam?
Man sieht also, dass Fotos sehr wohl ein Spiegel der Wirklichkeit sein können, aber auch Spiegel verzerren, und zeigen alles seitenverkehrt, jedes Foto ist also mit Vorsicht zu genießen, man kann sich über dessen Wahrheitsgehalt nie sicher sein.

Die Freizeit der Jugendlichen, der Weg zum Erwachsenen

Zur Freizeit der Jugendlichen hat wohl jeder eine eigene Meinung und auch dazu, ab wann man als erwachsen gilt. Die Frage ist auch nicht ganz einfach, zumal es immer auf den Blickwinkel ankommt, allerdings kann man versuchen, wenigstens mal einen genauer darzulegen.
Zunächst: Jugendliche müssen viel zu früh erwachsen werden, haben schon in Kindertagen wenig Freizeit, weil die Schule sie dank des Abiturs in 12 Jahren voll und ganz einspannt. Allerdings hat man durchaus die Chance, seine geringe Freizeit entsprechend der eigenen Vorlieben zu gestalten, zwar nicht mehr in so großem Rahmen wie es früher einmal der Fall war, aber wenn man die echte Liebe für ein Hobby empfindet, so findet man auch einen Weg, dieses auszuüben, zumal die Schule, auch wenn sie viel Freizeit nimmt, ein Angebot macht durch vielfältige Arbeitsgemeinschaften.
Die Freizeit bietet die Möglichkeit, sich frei zu entfalten, also einen wichtigen Schritt Richtung Selbstständigkeit zu tun, was nach Klaus Hurrelmann ein wichtiger Aspekt des Erwachsen-Seins ist. Erwachsen sein und volljährig sein sind also durchaus zwei unterschiedliche Dinge. Geht man nach Hurrelmanns Ausführungen über den Übergang zwischen Jugend- und Erwachsenenalter, so werden manche Menschen wohl nie erwachsen. Wichtig sind laut Hurrelmann die Abnabelung von den Eltern, Eigenverantwortlichkeit und eine feste partnerschaftliche Bindung. Was ist aber zum Beispiel mit den Menschen, die sich in Fernseh-Shows wie „Bauer sucht Frau“ wiederfinden? Sicher sind die Fälle übertrieben dargestellt, allerdings gibt es sie im Prinzip auch in der Realität. Und Menschen, die in keiner Beziehung leben, sind diese nicht erwachsen?
Hurrelmann schreibt: „[…] der feste Aufbau einer eigenen Partnerbeziehung zum anderen Geschlecht ist vollzogen[…].“ Da drängt sich die Frage auf: Was ist mit homosexuellen Beziehungen?
Man merkt also, dass Hurrelmanns Thesen durchaus Schwachstellen haben, wobei das zu verzeihen ist, ist es nun mal einfach schwer, eine Generation zu charakterisieren, die nicht die eigene ist. Trotz seiner Kenntnis von Sozialwissenschaften haben sich die Kriterien für ein Dasein als Erwachsener seit 1944 vermutlich durchaus geändert. Dass in seiner Jugend partnerschaftliche, heterosexuelle Beziehungen wichtig waren, ist typisch für die Zeit, allerdings ist dies als Anhaltspunkt für die innere Reife eines Menschen wohl doch eher ungeeignet.
Einen moderneren Ansatz liefert Gerhard Schulze, obwohl auch er 1944 geboren ist.
Laut Schulze dominieren zwei Wünsche die Jugendlichen: Individualität und Zugehörigkeit.
So konträr diese Wünsche sind, so sehr beeinflussen sie die Freizeitgestaltung der Jugendlichen.
Wie schon Christian Kracht in seinem Roman Faserland den Protagonisten umherreisen lässt, in der Hoffnung, irgendwo dazu zu gehören, so befinden sich Jugendliche auch auf dieser Reise. Krachts Hauptfigur verschlägt es schließlich auf ein Rave-Festival, auf dem er Individualität und Zugehörigkeit in ihrer Reinform erlebt. Individuell ist er insofern, dass er äußerlich überhaupt nicht angepasst ist, durch seine Kleidung fällt er auf. Zugehörig ist er aber, weil er mit anderen Menschen ins Gespräch kommt.
Die Jugendlichen suchen sich Freizeitbeschäftigungen, die ihren persönlichen Präferenzen entsprechen und finden dabei Gleichgesinnte. Sind also individuell, weil sie ein Hobby haben, welches nicht jeder hat, gleichzeitig gehören sie aber zu einer Gruppe, weil manche Menschen dieses Hobby teilen.
Diese gegensätzlichen Wünsche zeigen sich bei den heutigen Jugendlichen sehr stark. Es ist modern, gegen den sogenannten Mainstream (dt. Hauptstrom) zu sein, die Mehrheit behauptet von sich, gegen Mainstream zu sein, aber ist das dann nicht auch wieder Mainstream? 
Wie erleben also Jugendliche ihre Freizeit? Sie probieren sich aus, um Vorlieben herauszufinden, sie schaffen einen Ausgleich zu Disziplin und Arbeit. Dieser Ausgleich endet zwar häufig im Illegalen, wie zum Beispiel Alkoholkonsum von Minderjährigen, jedoch ist genau dieses Ausprobieren wichtig, um sich über die Konsequenzen des eigenen Tuns bewusst zu werden, wer schon mal einen echten Kater hatte, weiß, wovon ich rede.

Jugendliche zwischen Sinnsuche und Orientierungslosigkeit

Mal wieder eine Deutsch-Hausaufgabe, meiner Meinung nach einer der sinnvolleren Aufgaben in der Schule:

Die Gesellschaft befindet sich im stetigen Wandel. Beweise dafür findet man wohl in jedem Bereich, bei beiden Geschlechtern, in jeder Altersklasse.
Häufig werden besonders Jugendliche näher betrachtet, wie zum Beispiel in der 15. Shell-Studie, die sich mit der Lebenssituation und der Wertorientierung der Jugendlichen beschäftigt.
Unterschieden werden dabei zwei Großgruppen, sinngemäß: Die Gewinner und die Verlierer.
Als Gewinner zählt dabei, wer sich selbst disziplinieren kann, wer eigene Ideen hervorbringt. Um diese Ideen aber hervorbringen und umsetzen zu können, muss man deren Nutzen genau abwägen, auch den Nutzen anderer Menschen für den Fortschritt der Entwicklung der Idee, dabei wird einem schnell klar, dass niemand genau versteht, was man genau mit der Idee meint, um Erfolg zu haben, wird man zwangsläufig zum Egozentriker. Ist es das denn dann wert? Erfolg, aber wofür? Um ihn mit niemandem teilen zu können?
Eine Untergruppe der  Gewinner glänzt ebenfalls durch Ideen und Engagement, allerdings weniger auf materieller als auf sozialer Ebene. Freizeitgestaltung von Jugendlichen für Jugendliche. Die eigenen sozialen Kompetenzen werden verstärkt und anderen Jugendlichen, die es im Leben vielleicht nicht so gut getroffen hat, kann geholfen werden, einfach nur durch Zuhören, durch da Sein.
Dieses für die Gesellschaft so wichtige Hobby bleibt leider meist nur ein Hobby und warum? Weil der Staat lieber die Egozentriker unterstützt. Soziale Berufe werden nicht im Ansatz so gut bezahlt wie zum Beispiel der eines Wissenschaftlers. Welcher Beruf ist denn nun wichtiger, verdient es mehr, unterstützt zu werden? Hat die Mehrheit es nötig, den technischen Fortschritt weiter mit diesem rasenden Tempo voran zu treiben oder hat die Mehrheit es nötig, Kinder und Jugendliche in dem zu bekräftigen, was sie tun, sollen sie doch mal die Gewinner von morgen werden?
Diejenigen, die sich sozial engagieren, ergreifen das nur selten als Beruf, weil die Bezahlung zu gering ist, um dem gewünschten Lebensstandard nahekommen zu können. Und woher kommt dieser Lebensstandard? Von den reichen Egozentrikern, die allen zeigen, wie gut es ihnen doch geht! Sicher haben sie jetzt das Geld, um diesem Lebensstandard gerecht zu werden, aber echte Freunde haben sie dann doch eher selten.
Diesen Gewinnertypen sind zögerliche, unauffällige Jugendliche gegenübergestellt. Sie streben nach Lebensstandard und Macht, tun aber nichts dafür. In anderen Worten: Völlig weg von jeder Realität.
Eine andere Art von Verlierern sind hierbei die Leute, die nichts erreichen, sich alles wünschen, aber wissen, dass sie das niemals schaffen werden. Dieses Bewusstsein führt zu Aggressionen und Gewalt, die Nazis von morgen. Diesen Gedanken hat auch schon die Musikgruppe „Die Ärzte“ gehabt. In deren Song „Schrei nach Liebe“ heißt es:
Deine Gewalt ist nur ein stummer Schrei nach Liebe
Deine Springerstiefel sehnen sich nach Zärtlichkeit
Du hast nie gelernt dich zu artikulieren
Und deine Eltern hatten niemals für dich Zeit

Die Rede ist von einem jungen Nationalsozialisten, dessen Hass aus einer unerfüllten Kindheit herrührt, man erkennt also, dass dieser Verfall der Gesellschaft nicht nur von Soziologen registriert wird, sondern sich überall wiederfindet. Leider aber nicht nur in Musik, sondern auch in Fällen von Amokläufen, die dann in den Nachrichten verbreitet werden, sodass jeder über alles Bescheid weiß. Sicher ist es immer schlimm, dass Menschen zu so etwas in der Lage sind, aber warum kümmert sich niemand wirklich um die Gründe, um bei anderen, ähnlichen Fällen, vielleicht Präventionsarbeit leisten zu können? Immer wird nur das aktuelle Umfeld betrachtet, was aber früher mal gewesen ist, wird so oft außer Acht gelassen, weil man sich an einzelnen Punkten der Gegenwart orientiert, denen jegliche Begründung zuspricht und weil man dann ja eine Begründung gefunden hat, lässt man alles Andere unberührt. Dabei ist doch allgemein bekannt, dass die meisten und schwersten psychischen Störungen in Ereignissen aus der Kindheit begründet liegen.
Diese Gruppe derjenigen, die sich ihrer Defizite bewusst sind, steht am Rande der Gesellschaft hat sich aber auch damit abgefunden. Warum sollten sie sich auch engagieren? Gehören sie doch sowieso nicht zu den begnadeten Menschen, die es aus eigenem Antrieb heraus schaffen. Diese Menschen werden dann allein gelassen, höchstens von denen aufgefangen, die sich sozial engagieren, was ja aber leider Gottes viel zu wenige Leute sind. Und dann haben wir die Nazis, die Terroristen, die Amokläufer. Die bekommen Kinder und als Kind eines Schwerverbrechers hat man es nicht leicht, man fragt sich, ob man es überhaupt jemals schafft, aus diesem negativen Schatten herauszutreten, man selbst zu sein, merkt aber ziemlich bald, dass man eben dies nicht schafft in einer vorurteilsbelasteten Welt wie unserer und schon fehlt einem der Antrieb zu Neuem, zu Gutem, man endet genau da, wo schon die Eltern, womöglich die Großeltern geendet sind.
Merke: Die intelligenten Egozentriker leben auf der Sonnenseite. Sollte sich mal einer von denen herablassen, sich mit den Verlierern abzugeben, so haben diese die Chance, ebenfalls etwas aus ihrem Leben zu machen, wenn nicht, dann bleibt ihnen ja immer noch die Kriminalität.
Aber selbst dieses Egozentrisch-Sein passiert doch nur aus Angst. Aus Angst vor der Zukunft. „Wenn ich kein Geld habe, was bin ich dann überhaupt?“
Innere Werte verlieren immer mehr an Wichtigkeit, Außergewöhnlichkeit und Leistungsorientiertheit sind die Schlüssel zu einer gesicherten Existenz. Was ist denn in der Gesellschaft falsch gelaufen, dass etwas wie Leistungsorientiertheit, was schon Kinder in Burn-Out-ähnliche Zustände treibt, als Wert angesehen wird? Es reicht schon längst nicht mehr, kreativ oder intelligent oder offen gegenüber Mitmenschen zu sein. Man muss doch bitte alles sein, um überhaupt irgendeinen Nutzen erfüllen zu können. Da gibt es dann diese glücklichen Menschen, die all das mitbringen, die ihrer Zukunft frohen Mutes entgegen blicken können und diejenigen, denen nur eine der aufgezählten Qualitäten fehlt, weshalb sie schon umso mehr bangen müssen. Kreativ und offen, aber keine guten Noten in Mathematik? Entschuldigung, an dieser Musikschule können Sie leider nicht aufgenommen werden.
Im Ernst? Bei der Auswahl der Studenten sollte doch nicht nur der Abiturschnitt ausschlaggebend sein, sondern auch die entsprechenden Fächer, mit denen man den Schnitt erreicht hat.
Ein Abitur mit 1,5, aber als Prüfungsfächer nur Sprachen, ein bisschen Mathematik und Religion, dafür in Biologie nur 6 Punkte, aber nicht als Prüfungsfach, und damit will ich Neurologe werden?
Wobei es natürlich naiv wäre, nur Jugendlichen diese Gruppierungen zuzusprechen. Auch Erwachsene lassen sich in solche Gruppen unterteilen, nur haben sie es eben noch schwerer, sich zu einer anderen Gruppe zu gesellen, weil sie schon viel länger in diesem immer gleichen Muster leben, die Weichen für ihr Leben längst gestellt sind, den wirklichen Aufstieg schaffen eigentlich nur die Menschen, die durch eine außergewöhnliche Idee auf sich aufmerksam machen. Also eigentlich wieder nur Gewinnertypen, die durch irgendeinen unglücklichen Umstand kurzfristig zu den Verlierern gehörten. Als „echter“ Verlierer aber, als unintelligenter, unkreativer Mensch, hat man einfach keine Chance in dieser Gesellschaft. Keine Aufstiegschancen, das einzige Ansehen, was man irgendwie gewinnen kann, kommt dann aus illegalen Kreisen.
Hat man aber zu kriminellen Aktivitäten nicht den Mut, so bleibt einem doch nur die Flucht vor sich selbst, zum Beispiel durch Drogen, wie beim Protagonisten von Christian Krachts „Faserland“.
Keine Familie, keine ernsthafte Beziehung, keine wahren Freunde, kein Lebensinhalt abgesehen vom Alkohol. Wobei sich auch bei ihm der leichte Hang zur Kriminalität erkennen lässt. Das Klauen der Jacke eines Freundes, das Rauchen im Nichtraucher-Bereich, das alles nur, um Menschen auf sich aufmerksam zu machen, ein Hilfeschrei, wenn man so will. Ein Hilfeschrei, den aber niemand hört. Und so reist er von Stadt zu Stadt quer durch Deutschland, in der Hoffnung, irgendetwas zu finden, irgendetwas, was ihn begeistert und endet letztlich doch immer wieder beim Alkohol.
Jetzt ist es natürlich immer leicht, der Gesellschaft die Schuld zu geben, aber was ist denn schon die Gesellschaft? Sie besteht nun mal genau aus diesen Gewinnern und Verlierern, aus dir und mir. Kann man wirklich etwas für alles Leid verantwortlich machen, was auch alles Gute hervorgebracht hat? Oder ist dieser Zustand, diese Verteilung der Menschen einfach ein Umstand, mit dem man leben muss? Es gibt so viele Menschen auf der Welt, kann man überhaupt auf jeden Einzelnen eingehen? Oder wird da schlicht und ergreifend zu viel erwartet? Vielleicht ist ja die Gesellschaft ihr eigener Verlierer. Man weiß, wo die Defizite liegen und kann sie trotzdem nicht beheben.