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Mittwoch, 30. Mai 2012

Formspring – Plattform der Feiglinge


Formspring. Das ist dieses Forum, in dem sich jeder der mag, ein Profil anlegen kann und dann kann ihm jeder, der auch ein solches Profil hat, diverse Fragen stellen. So weit, so gut. Was die Idee dahinter war, erschließt sich uns nicht so ganz. Die Fragen, die gestellt werden, kann man unter seinem eigenen Namen stellen oder aber, und darin sehen wir das Problem, anonym. Wären es normale Fragen wie „Wo kaufst du deine Schuhe?“ könnte man sie unter dem eigenen Namen posten, das ist ja kein Inhalt, für den man sich schämen müsste. Die „richtig interessanten“ Fragen werden nur anonym gestellt. Okay, man kann ja selbst entscheiden, ob man diese beantwortet oder nicht, soweit noch in Ordnung. Wenn man aber die Funktion des anonym Seins dafür nutzt, andere zu beleidigen, hört’s doch irgendwo auf, oder? Ein „Du bist doch echt voll die Schlampe“ kann man unseretwegen ruhig sagen, man darf schließlich seine Meinung offen darlegen. Die Problematik sehen wir darin, dass, wer mit einer solchen Anschuldigung kommt, zumindest das Rückgrat haben sollte, dazu zu stehen, eine solche Meinung zu haben, was impliziert, dass das Ganze nicht anonym abläuft. Wir sagen nicht, dass man mit jedem gut klarkommen muss, klar, manchmal gibt es dieses Unverständnis und man findet andere einfach doof, nervig oder eben auch schlampig, aber das kann man doch auch direkt sagen? Oder zumindest nicht anonym? Hat die doofe, nervige, schlampige Person nicht verdient zu wissen, wer sie da nicht mag? Um dieser Person dann aus dem Weg gehen zu können? Oder nach den Gründen zu fragen, um sich eventuell zu verbessern, weil einem die eigenen Fehler gar nicht immer bewusst sind?
Denn, es gibt tatsächlich den Bereich der eigenen Persönlichkeit bzw. des eigenen Verhaltens, genannt „der blinde Fleck“, der sich unbewusst und zumeist nonverbal abspielt, etwa durch Gesten, Mimik, oder den Tonfall. Wer sich aufgrund solcher Beobachtungen eine Meinung über einen Menschen bildet, kann oft sehr falsch liegen – nicht immer, aber oft.
Deshalb ist es umso wichtiger, kenntlich zu machen, wer da ein Problem mit einer Person hat, damit eventuelle Missverständnisse geklärt werden können. Und selbst, wenn das nicht funktioniert, kann man sich dann wenigstens aus dem Weg gehen.

Dienstag, 29. Mai 2012

Gleichberechtigung: Männer vs. Frauen – in Unterwäsche

L:  Ich hab doch mit dir auch schonmal über "den Blog" gesprochen, oder? Also den, den’s noch nicht     gibt. Er wird jetzt wohl langsam Realität werden.

V: uhh da freu ich mich drauf

L: Ein Themenvorschlag zum Beispiel: Gleichberechtigung: Männer vs. Frauen – in Unterwäsche


V: Wieso in Unterwäsche?
L: Weil Lisa und ich da mal drüber gesprochen haben, dass Kerle ständig in Boxershorts unterwegs sind, aber wehe ein Mädchen ist mal in Unterwäsche unterwegs, schwupps: SCHLAMPE!

Es sei gesagt, dass wir nicht meinen, dass die Leute in der Öffentlichkeit zum Beispiel beim Einkaufen oder am Bahnhof nur in Unterwäsche rumlaufen. Wir beziehen uns mehr auf den Baggypants-Style, der jeden der es will, oder eben auch nicht, darüber informiert, welche Farbe heut getragen wird – untenrum. Dazu sagt im Grunde niemand was, dass es in irgendeiner Art und Weise „billig“ oder sonstiges aussieht. Jetzt denkt aber mal an die Mädchen, bei denen hinten der String-Tanga aus der Hose guckt. Hat einen billigen Beigeschmack, oder? Warum eigentlich?
Eine Theorie von V:
Ich denke, das könnte daran liegen, dass Boxershorts vielleicht etwas weniger aufreizend sind, nur eine Theorie.

Er mag ja Recht haben, aber: Was ist an „aufreizend“ denn so schlecht? Man gibt sich Mühe, gut auszusehen, man schminkt sich, macht sich die Haare, wieso hört der Spaß bei der Unterwäsche auf? Beziehungsweise, wieso hört das Ganze bei der weiblichen Unterwäsche auf, nicht aber bei den Herren der Schöpfung? Und wer entscheidet eigentlich, was „schlampig“ ist und was nicht? Haut zeigen ist schön, aber nicht immer? Wer macht diese Regeln?  Es ist so häufig die Rede von Gleichberechtigung „Die Frau hat es ja so weit gebracht.“
Natürlich hat sie das, aber von GLEICHberechtigung kann nicht die Rede sein.  Andersherum übrigens auch nicht. Viele Männer sagen: „Ich schlage keine Frauen.“ Da fragen wir uns: Warum eigentlich nicht? Bevor hier Proteste laut werden, wir sind nicht für körperliche Gewalt, Konflikte lassen sich auch anders (vor allem erfolgversprechender und gerechter) lösen; wenn ein Mann aber sagt, dass er keine Frauen schlägt, bei Männern aber nicht zimperlich ist, dann ist auch das keine Gleichberechtigung. Frauen können es auch mal „verdient“ haben, genauso sehr wie ein Mann. Wenn die Frau weiß, dass ihr Gegenüber sie nicht schlagen würde, kann sie sich doch umso mehr erlauben. Sie kann ihn quasi „psychisch quälen“ (ein Phänomen, welches oft besonders Frauen nachgesagt wird), aber das ist dann wiederum okay? Worte können auch verletzen, manchmal sogar mehr als ein Schlag.
Zitat mein Vater: „Wenn Männer sich streiten, die hauen sich eins auf’s Maul und damit ist die Sache gegessen, Frauen erwartet da ein ewiger Psychokrieg.“ Auch, wenn das etwas übertrieben sein mag, so hat er in der Sache doch Recht. Und das Argument, dass Männer keine Frauen schlagen, weil diese ihnen körperlich unterlegen sind, mag tatsächlich ein gutes sein, warum kommt es aber nicht zum Tragen, wenn ein gut trainierter, verhältnismäßig starker Mann einen „Durchschnittsmann“ schlägt? Der ist ihm doch dann auch körperlich unterlegen, warum darf er geschlagen werden, die Frau aber nicht?
Und eins noch: Billig? Erstmal: Ist nicht jeder Mensch gleichviel Wert? Und: Hat jemand schon mal einen Mann als billig bezeichnet? Warum ist auch das wieder ein Begriff, der sich zumeist auf Frauen bezieht? Womit – zumindest in unseren Köpfen – die Verbindung zu dem allbekannten Spruch: „
Wenn du einen Schlüssel hast, der in jedes Schloss passt, hast du den Master-Schlüssel, wenn du aber ein Schloss hast, in das jeder Schlüssel passt, dann hast du einfach nur ein billiges Schloss!”  hergestellt wäre. Wenn man mal von dem „Schloss“ als „Loch“ und dem „Schlüssel“ als „Stab“ abrückt, lässt sich das Ganze auch andersherum sagen. Eine Frau, die jeden Kerl kriegen kann, hat im Grunde auch den Master-Schlüssel. Wenn der Kerl erstmal überhaupt einen „Master-Schlüssel“ hat, kann er nicht damit umgehen. Zumindest häufig nicht.

Willkommen im Zeitalter des Bloggens


Blogs- Jeder kennt sie, manche mögen sie. Nicht unbedingt die meisten, aber auf jeden Fall die bekanntesten drehen sich um Kleidung, Nagellack (erstaunlich viel Nagellack) und „geheime“ Beautytipps.
Wir, das sind Lisa und ich, möchten gar keine Kritik daran üben, sie haben ja offensichtlich ihre Daseinsberechtigung, sonst würde sie niemand lesen, allerdings glauben wir, dass es zu wenig Blogs gibt, die nicht in diese Beschreibung passen, die nicht nur in Stylingfragen weiterhelfen und die unter Umständen auch zum Denken anregen. Aus diesem Empfinden heraus sind wir darauf gekommen, selbst einen Blog einzurichten, in dem wir unsere Meinung zu einzelnen Fragen darstellen, die man teilen kann, aber selbstverständlich nicht muss.
Wir werden auch nicht jeden Tag oder jede Woche oder in irgendeiner Art und Weise regelmäßig posten, sondern nur, wenn wir tatsächlich etwas zu sagen haben.
Wenn ihr selbst gute Texte habt, von denen ihr denkt, dass sie gut auf diesen Blog passen könnten, könnt ihr sie uns zuschicken, wir schauen mal drüber und gucken, inwiefern wir sie auf dem Blog veröffentlichen können, selbstverständlich mit dem Vermerk, von wem der Text stammt. Wenn ihr Themen habt, über die ihr unsere Meinung gern hören würdet, sind solche Vorschläge selbstverständlich immer willkommen, wir werden versuchen, unsere Ansichten dann in Worten auszudrücken und online zu stellen.

Wie wir zum Namen gekommen sind, lässt sich recht einfach erklären. „A mon avis“ heißt einfach nur „Meiner Meinung nach“ auf Französisch, es geht hier also, wie gesagt, tatsächlich nur um unsere Meinungen. Der Link“erkenntnisaposteriori.blogspot.com“ entstand dadurch, dass in der Werte&Normen Mappe der Begriff aufkam, dass eben die Erkenntnis über den Wahrheitsgehalt von etwas erst kommt, wenn man bereits eine Erfahrung dementsprechend gemacht hat. Und weil wir hier nur darüber schreiben wollen, was unseren eigenen Erfahrungen irgendwo entspricht, über Dinge, auf die wir durch eigene Erfahrungen erst gekommen sind.