Ein Tag zum Mäuse melken.
Heute morgen wollte ich ein Glas aus dem Schrank nehmen und hab mich stattdessen mit einer Schüssel an den Tisch gesetzt. Dann brauchte ich einen Löffel und bin dafür an den Kühlschrank gegangen. Schnell war mir klar: Dieser Tag wird nicht mein Tag.
Bin dann losgefahren in die Uni und habe mir den Bus mit entsetzlich vielen, entsetzlich lauten Kindern teilen müssen. Kinder an sich sind ja okay, aber wenn die dann anfangen, unfassbar asozial zu reden und Worte in den Mund nehmen, die nicht mal ich sagen würde, reicht's mir.
Haarscharf pünktlich in der Uni angekommen, der nächste unnötige Vorfall: Statt einer Klausur schreibe ich für ein Seminar zwei Essays. Ist an sich okay, jetzt kam mir die Dozentin aber mit dem gefragten Umfang um die Ecke und innerhalb von zwei Wochen ab sofort muss das erste Essay fertig sein, das zweite dann zwei Wochen danach. Zum Kotzen. Die Frau hat echt keinen Plan zu Beginn des Semesters gemacht. Sie war auch vier Wochen krank, was ja mal passieren kann, aber drei Tage, bevor sie wiederkam, hat sie 120 Seiten zu lesen rum geschickt.
Statt die Texte direkt zur Verfügung zu stellen, damit man sie in den vier Wochen schonmal durcharbeiten kann, muss dann alles schnell schnell gehen.
Dann wollte ich zuhause in Ruhe was essen, was nicht ging, weil mein Nachbar in der Mittagszeit meint, den Hammer schwingen zu müssen. Und ich spare mir das Staubsaugen am Wochenende um niemanden zu belästigen. Das scheint ja offensichtlich nicht nötig zu sein.
Anschließend wollte ich ganz investigativ unterwegs sein für ein Projekt in der Uni, zack, fängt es an zu regnen.
Es ist gerade erst 14 Uhr, mal schauen, was der Tag noch so bringt.

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